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Genau hinschauen Matratzen bei Warentest: Guten Schlaf gibt es ab 120 Euro - aber nicht für jeden

Erholsamer Schlaf ist wichtig für das Wohlbefinden und die Regeneration des Körpers
Erholsamer Schlaf ist wichtig für das Wohlbefinden und die Regeneration des Körpers
© Getty Images
Immer wieder prüft Stiftung Warentest Matratzen – aber meist die Einzelmodelle. Nun wurden zum ersten Mal auch Doppelbetten Probe gelegen. Eine klare Kaufempfehlung gibt es aber nicht.

Ein knappes Drittel unseres Lebens verbringen wir im Bett. Wie gut wir dabei schlafen, hat auch Auswirkungen auf den Rest des Tages, von der Konzentrationsfähigkeit bis zu Rückenschmerzen. Da wundert es nicht, dass die Matratzentests der Stiftung Warentest immer auf großes Interesse stoßen. Doch eines fehlte bei den ausführlichen Tests bisher immer: Matratzen für zwei Personen. Nun haben die Warentester das erstmals nachgeholt. Dabei fanden die Tester viel Mittelmaß. Doch ein genauer Blick kann sich lohnen.

Obwohl Stiftung Warentest 14 Matratzen prüfte – jeweils sieben Mal 140x200 cm und 90x200 cm –, schaffte keine einzige eine gute Note. Das bedeutet aber nicht, dass sich der Kauf nicht lohnt: Je nach Körpertyp gibt es durchaus Modelle, auf denen man hervorragend schlafen kann. 

Die Crux mit der Größe

Das schlechte Abschneiden lässt sich bei vielen Matratzen nämlich dadurch erklären, dass sie für einen bestimmten Körpertyp schlechter geeignet sind als für andere. Stiftung Warentest definiert für seine Matratzentests vier Typen: Groß und schwer mit viel Gewicht an Bauch und Schultern (Typ H), groß und schwer mit einem gleichmäßig verteilten Gewicht (Typ E), klein und leicht mit gleichmäßiger Gewichtsverteilung (Typ I) und klein und leicht mit einer Betonung von Bauch, Hüfte und Po (Typ A). Jede Matratze muss sich für jeden Körpertyp beweisen – sonst gibt es Abwertungen. Hinzu kommt, dass einige Modelle eine härtere und eine weichere Seite bieten. Um eine "gute" Bewertung zu bekommen, müsste eine Matratze also alle Bereiche meistern. Und das gelingt keinem der getesteten Modelle.

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Vor allem die beiden schweren Körpertypen machen den Matratzen das Leben schwer, speziell der Typ H. Nur eine einzige Matratze, die Bodyguard von Bett1 in 140x200 cm,  kann bei dieser Körperform sowohl in Bauch- als auch in Rückenlage überzeugen – aber dann nur mit der festen Seite. Dreht man die Matratze um, ist ihre weiche Seite in der Rückenlage für Typ H so schlecht geeignet, dass sie hier die schlechteste Teilnote im gesamten Test kassiert.

Die daraus resultierende Abwertung dürfte den Hersteller ärgern: Für alle anderen Körpertypen und in nahezu allen Teilnoten schneidet die Bodyguard in der Paarausführung sonst "gut" bis "sehr gut" ab. Ohne Abwertung wäre also die einzige "gute" Gesamtnote und damit der Testsieg drin gewesen. So reicht es für die 339 Euro teure Doppelmatratze nur für ein "befriedigend" (2,7) und den dritten Platz. Dass alle, die nicht als Typ H auf der weichen Seite in Rückenlage schlafen, mit der Matratze gut bedient wären, das lässt die Testnote nicht erahnen.

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Unterschiede im Detail

Das ist bei den anderen Matratzen nicht selbstverständlich. Der Testsieger in Paargröße, die Komfort 7-Zonen 2 in 1 Duo Kaltschaummatratze von Traumnacht, ist zwar in der Rückenlage für alle Typen geeignet. Große Seitenschläfer der Typen H und E haben aber bei beiden Härtegraden nur eine mittelmäßige Unterstützung. Das ist schade: Mit 145 Euro ist die Doppelmatratze ein echtes Schnäppchen. Hier ist die Matratze von Traumnacht erhältlich. Genau dasselbe Manko für große Typen tritt bei der Meradiso 7 Zonen Cooler von Lidl (hier erhältlich) auf, die mit 120 Euro sogar noch günstiger wäre. Die Matratze ist aber ohnehin nicht zu bekommen, weil sie laut Lidl überarbeitet wird. Das Testergebnis sei nicht auf die neue Version übertragbar, betont Warentest.

Letztlich muss man also genau hinsehen, welches Modell für welchen Körpertyp geeignet ist. Die Kaufempfehlungen aus älteren Tests helfen da nur bedingt: Sie beziehen sich nur auf die Einzelgröße 90x200 cm. Wer alleine schlafen will, findet bei der Dunlopillo Elements (ab 250 Euro) oder der Emma One (ab 150 Euro) unabhängig vom Schlaftyp jeweils ein "gutes" (1,7) Schlaferlebnis. Das Modell von Emma One ist hier erhältlich. 

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Paar-Simulator

Tatsächlich ließ es sich Warentest nicht nehmen, die besonderen Herausforderungen einer Matratze mit zwei Schläfern mit speziellen Testszenarien zu prüfen. Um den "Roll together"-Effekt, also das automatische Zusammenrollen, wenn man auf der Matratze zu nah aneinander liegt, zu prüfen, wurden zwei Schlafende mit riesigen Holzwalzen simuliert. Dann wurde ausprobiert, wie nah eine Walze an die andere heranrücken konnte, ohne dass diese ihr entgegenkam. Bei den meisten Matratzen war das kein Problem, bei der harten Seite der Bodyguard passierte es aber zu früh.

Auch das Herumwälzen im Bett simulierten die Tester. Dazu ließen sie Gewichte auf eine Seite des Bettes fallen. Waren die Erschütterungen auch auf der anderen Seite zu spüren, gab das eine schlechtere Wertung. Gar nicht spürbar war das nur bei der Meradiso und der Bodyguard. Dort aber ausgerechnet ebenfalls auf der harten Seite.

Den vollständigen Test inklusive der Teilnoten für die Körpertypen und einer Beschreibung der Testanordnung finden Sie gegen Gebühr bei test.de.

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mma

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