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Hyperloop von Elon Musk : Hamburger Hafen will Container mit Science-Fiction-Zug ins Umland schießen

Der Hamburger Hafen will Elon Musks Transportsystem Hyperloop nutzen, um Container mit Schallgeschwindigkeit ins Umland zu befördern. Der Lkw-Verkehr könnte so drastisch reduziert werden.

Hyperloop-Kapsel des Unternehmens HTT für den Personen-Transport. Für die Hamburger Pläne müsste eine Kapsel für den Gütertransport entwickelt werden

Hyperloop-Kapsel des Unternehmens HTT für den Personen-Transport. Für die Hamburger Pläne müsste eine Kapsel für den Gütertransport entwickelt werden

Kommt Elon Musks visionärer Hyperloop nach Hamburg? Mit Schallgeschwindigkeit will der exzentrische Tesla-Gründer Transportkapseln durch ein Röhrensystem schießen und so das Reisen und den Transport revolutionieren. Was wie Science Fiction klingt, könnte schon bald auch in Deutschland Realität werden.

Laut einem Bericht des "Hamburger Abendblatts" verhandelt die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) derzeit mit dem kalifornischen Unternehmen Hyperloop Transportation Technologies (HTT) über den Bau eines entsprechenden Systems. Zwei Absichtserklärungen sollen bereits unterschrieben worden sein, der Bau könnte in zwei bis drei Jahren starten. Obwohl der Hyperloop eigentlich für den Personenverkehr gedacht ist, hat man in Hamburg einen anderen Nutzen ausgemacht: Hier sollen Container durch die Röhren geschossen werden.

Deutschlands größter Containerhafen könnte so einen Großteil des innerstädtischen Lkw-Verkehrs ersetzen. Statt die Container im Hafen auf einen Lkw zu laden, könnten sie per Röhrenpost in wenigen Sekunden ins Umland geschickt werden, von wo sie per Lkw weitertransportiert werden können. Bis zu 4100 Container könnten täglich im Hyperloop den Hafen verlassen, heißt es in dem Bericht.

Hyperloop-Tests in Los Angeles noch 2018

Das Hyperloop-System ist eine Vision von Elon Musk, seine Firma "The Boring Company" baut Infrastruktur wie die Tunnel, entwickelt aber nicht die Transportkapseln. Das Konzept sieht vor, dass in den Tunneln ein Vakuum erzeugt wird, das Luftwiderstand und Reibung minimiert. So sollen Geschwindigkeiten von bis zu 1200 Kilometern pro Stunde möglich sein.

In den USA soll der Hyperloop noch in diesem Jahr Realität werden: Elon Musk erklärte kürzlich, dass im Dezember in Los Angeles ein erster Testtunnel in Betrieb genommen werde. Der Tunnel soll Menschen zunächst mit 250 Kilometer pro Stunde vom internationalen Flughafen ins Zentrum von Los Angeles befördern.

Das Unternehmen Virgin Hyperloop One, das zweite Unternehmen neben HTT, das derzeit an Hyperloop-Kapseln arbeitet, hat zudem nach eigenen Angaben bereits eine erste Probefahrt auf einer Teststrecke in Nevada absolviert. In Deutschland hat bereits die Lufthansa Interesse an der High-Speed-Technik signalisiert. Der Hyperloop könnte theoretisch innerdeutsche Flugstrecken ersetzen.

bak