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Fragen & Antworten: Dürfen Kinder den ganzen Tag toben und lärmen?

Draußen ja. Sie können sogar Freunde zum Spielen mitbringen. Ansonsten gilt: Die Grenzen des Erträglichen sind eindeutig geregelt - auch bei Renovierungen und Mieterhöhungen.

Welche Fristen gelten bei der Kündigung eines Mietvertrages?

Bei Verträgen, die nach der Mietrechtsreform vom 1. September 2001 geschlossen wurden, beträgt die Kündigungsfrist des Mieters drei Monate. Falls vereinbart, gilt für vorher geschlossene Verträge momentan noch: Mit zunehmender Mietdauer verlängert sich die Frist von drei auf bis zu zwölf Monate. Aber auch für diese Altverträge sollen nach einer aktuellen Gesetzesvorlage demnächst nur noch drei Monate gelten. Für Vermieter jedoch zählen weiterhin die zunehmenden Fristen zwischen drei und neun Monaten.

Ist jede Miethöhe bei Neuverträgen erlaubt?

Grundsätzlich kann die Miete frei vereinbart werden. Wenn sie jedoch mehr als 20 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt, sprechen Gerichte meist von Wucher und stimmen einer Mietminderung zu.

Was müssen Mieter bei der eigenen Modernisierung beachten?

Selbst bei kleineren Veränderungen wie einem neuen PVC-Boden sollte die Erlaubnis des Vermieters eingeholt werden, bei höheren Investitionen wie einem neuen Bad sollte es eine schriftliche Vereinbarung geben. Ohne Zustimmung besteht das Risiko, dass die Änderungen spätestens beim Auszug rückgängig gemacht werden müssen.

Müssen Mieter angekündigte Modernisierungen des Vermieters immer dulden?

Modernisierungen müssen nicht geduldet werden, wenn sie eine besondere Härte bedeuten. Etwa dann, wenn der Zuschnitt der Wohnung maßgeblich verändert wird, wenn der Mieter zuvor selbst modernisiert hat, wenn der Auszug kurz bevorsteht oder die Wohnung so teuer würde, dass der Mieter sie sich nicht mehr leisten könnte. Alte und behinderte Mieter können auch besonders aufwendige und lärmende Sanierungen ablehnen.

Ist Kinderlärm erlaubt?

Spielende Kinder oder schreiende Säuglinge müssen auch während der üblichen Ruhezeiten zwischen 13 und 15 Uhr sowie 22 bis 7 Uhr hingenommen werden. Mutwillig verursachter Lärm, etwa durch Fußball in der Wohnung, Skateboard im Hausflur oder häufige Sprünge von Stühlen braucht man nicht zu tolerieren. Auch Flure und Treppenhäuser sind kein Ersatz für Spielplätze. In einem Gemeinschaftsgarten können einzelne Mieter Planschbecken, Sandkasten oder eine Schaukel aufstellen. Die Kinder dürfen ihre Freunde zum Spielen mitbringen. Ihnen darf auch nicht verboten werden, vor einem Nachbarhaus Fußball zu spielen.

Muss Musik vom Nachbarn toleriert werden?

Musik darf während der Ruhezeiten nur in Zimmerlautstärke gehört werden. Zimmerlautstärke liegt dann vor, wenn der Mieter ein "befriedigendes Hörerlebnis" hat. Dabei ist es möglich, dass die Musik in der Nachbarwohnung auch leise gehört wird. Musizieren, etwa mit Klarinette, Saxofon oder Klavier, kann täglich auf zwei Stunden begrenzt werden. Bei einem Schlagzeug haben Richter sogar nur 45 Minuten erlaubt.

Muss der Mieter "Kleinreparaturen" zahlen?

Er kann dazu verpflichtet werden, wenn im Vertrag die Höchstgrenzen für den Einzelfall (bis zu 75 Euro) und für das Jahr (bis zu acht Prozent der Jahresmiete) genannt werden. Organisieren und veranlassen muss die Arbeiten jedoch der Vermieter.

Dürfen Partner nach dem Tod des Mieters in der Wohnung bleiben?

Mit dem Tod des Mieters endet das Mietverhältnis nicht automatisch. Ehepartner oder eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartner dürfen in der Wohnung bleiben, auch wenn sie den Mietvertrag nicht unterschrieben haben. Ebenso darf bleiben, wer mit dem Verstorbenen einen "auf Dauer angelegten Haushalt geführt hat". Schließlich können auch Erben in den Mietvertrag einsteigen und in die Wohnung einziehen.

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