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Checkliste: Mit diesen acht Tipps ersparen Sie sich Ärger mit dem Handwerker

Das Wohnzimmer streichen, den Abfluss reparieren oder neues Laminat verlegen: Handwerker erleichtern das Leben. Allerdings helfen ein paar Tipps, um Stress mit dem Handwerker zu vermeiden.

Mit diesen Tipps vermeiden Sie Ärger mit Handwerkern.

Mit diesen Tipps vermeiden Sie Ärger mit Handwerkern.

Pünktlich zum Frühjahr kommen die üblichen Gedanken: Eigentlich müsste das Wohnzimmer mal wieder gestrichen werden. Wir sollten endlich neues Laminat im Flur verlegen. Die alte Küche fliegt jetzt raus, es ist Zeit! Da die Wenigsten das handwerkliche Geschick für solche Arbeiten mitbringen, müssen Profis ran: Handwerker. Besonders beliebt sind Alleskönner, die nicht nur den Boden neu verlegen, sondern auch gleich den verstopften Abfluss wieder frei bekommen. 

Das Internet hilft dabei, den richtigen Mann (oder die richtige Frau) für den Job zu finden. Einschlägige Portale vermitteln Maler, Tischler oder Allrounder. Dann kann ja nichts mehr schief gehen - oder doch?

Leider doch, denn meist gibt es erst nach der Durchführung der Arbeiten Stress. Mal sind die Kunden unzufrieden mit dem Ergebnis, mal stimmt der Preis plötzlich nicht mehr. Daher sollte so viel wie möglich vorab mit dem Handwerker geklärt werden. 

1. Wo finde ich den richtigen Handwerker

Fragen Sie Kollegen, Freunde und Nachbarn - wer schon gute Erfahrungen mit einem Handwerker gemacht hat, gibt den Kontakt gerne weiter. Werden Sie im Umfeld nicht fündig, helfen Vermittlungsportale im Netz. Schauen Sie bei den Bewertungen genau hin. Kann ein Alleskönner-Handwerker besser streichen als Fliesen legen, dann sollten Sie ihn auch nur für diese Aufgabe buchen, um Frust zu vermeiden.

2. Kostenvoranschlag oder Angebot

Um zu wissen, wie teuer die Arbeiten werden, helfen Kalkulationen. Doch ein Kostenvoranschlag unterscheidet sich vom Angebot. Größter Unterschied: Das Angebot ist verbindlich und weist in der Regal einen Gesamtbetrag aus, teilweise werden auch die einzelnen Arbeitsschritte eingepreist. Beim Kostenvoranschlag wird hingegen nur geschätzt, Kunden können am Ende deutlich mehr bezahlen. 

3. Vergleichen Sie Angebote

Handwerker kalkulieren sehr unterschiedlich, so dass auch die Endpreise für den Kunden variieren. Soll eine aufwendige Arbeit durchgeführt werden, lohnt es sich, mehrere Angebote miteinander zu vergleichen. 

4. Das Angebot ist zu niedrig kalkuliert worden

Mitten in der Bauphase bemerkt der Handwerker, dass er doch zu knapp gerechnet hat: Das Material reicht nicht und auch die Arbeitsstunden waren viel zu niedrig angesetzt. In diesem Fall muss er dem Kunden ein neues Angebot unterbreiten, das dieser aber nicht annehmen muss. Lediglich die vereinbarten Leistungen müssen erbracht worden sein. 

5. Vorsicht bei der "Unvorhersehbares"-Klausel

Einige Handwerker verstecken im Kleingedruckten die Klausel, die sie vor unvorhersehbaren Ereignissen absichert. Das kann für Kunden teuer werden, denn es ist nicht genau definiert, was alles genau unter diese Klausel fällt. Daher Vorsicht bei solchen Angeboten.

6. Die Arbeiten überzeugen nicht

Na super: Die Wand ist schlampig gestrichen, der Wasseranschluss in der Küche ist undicht und das Laminat hat fingerdicke Lücken. Was nun? Wenden Sie sich an den Handwerker und fordern Sie Nachbesserung. Bei Mängeln, die schriftlich festgehalten werden müssen, ist der Handwerker verpflichtet nachzubessern. Dann gibt es eine Frist, in der die Arbeiten erledigt werden. Für Kunden gilt: Ist der Auftrag noch nicht zur vollen Zufriedenheit erledigt, müssen sie auch nur einen Teil der Rechnung begleichen.

Weigert sich der Handwerker nachzubessern, können sich Kunden auch an eine Schlichtungsstelle der Handwerkskammern wenden, die in der Regal kostenlos arbeiten.

7. Rechnung genau prüfen

Schauen Sie sich den Stundenzettel des Handwerkers genau an. Dort muss nicht nur die Arbeitszeit (Handwerker dürfen auf halbe und volle Stunden aufrunden) vermerkt sein, sondern auch die benötigten Materialien. Die Zeit, die der Handwerker für die Anfahrt benötigt, zahlt auch der Kunde. Mit der Unterschrift auf dem Dokument bestätigen Sie den Stundenzettel - also lieber zwei Mal hinsehen.

8. Rechnung absetzen

Gute Nachrichten zum Schluss: Die Rechnung können Sie als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen. Jährlich können Sie so bis zu 1200 Euro steuerliche geltend machen. Das gilt für alle Modernisierungs- und Renovierungsarbeiten so wie für Wohnraumerweiterungen wie den Dachausbau oder den Bau eines Balkons. Auch wer seine Waschmaschine reparieren oder den Abfluss reinigen lässt, kann diese Kosten anbringen: Maximal 20 Prozent von 6000 Euro Arbeitslohn dürfen Steuerzahler absetzen - also 1200 Euro. Hier finden Sie noch mehr Steuertipps.

Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?