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Immobilienerwerb: Reisen statt Sparen: Eine Generation verabschiedet sich vom Eigenheim-Traum

Eine Umfrage in 15 Ländern zeigt: Viele Menschen in den westlichen Industrienationen sehen aktuell keine Chance auf einen Eigenheimerwerb – vor allem in Deutschland. Statt zu sparen, verwenden sie das Geld lieber fürs Reisen.

Flughafen

Nicht nur die hohen Immobilienpreise machen den Hauskauf schwierig. Bei vielen liegt die Priorität auch auf anderen Dingen wie Reisen.

Getty Images

Der Traum vom Eigenheim rückt für viele Menschen in westlichen Industrieländern immer mehr in unerreichbare Ferne. Das zeigt eine Umfrage unter 15.000 Sparern in Europa, USA und Australien, die das Ipsos-Institut im Auftrag der ING-Bank durchgeführt hat. Zwar sind die Zinsen für Immobilienkredite derzeit historisch niedrig, dafür sind die Immobilienpreise stark gestiegen. Unterm Strich überwiegt offenbar für die Mehrheit der Bevölkerung der negative Teil der Rechnung.

So sagen 70 Prozent der Europäer aus 13 Ländern, für (erstmalige) Eigenheimkäufer werde es immer schwieriger ein Haus oder ein Grundstück zu kaufen. Nur sieben Prozent widersprechen dem. Der Rest ist unentschieden oder hat keine Meinung. In den USA sagen 59 Prozent, der Eigenheimerwerb werde schwieriger, in Australien sind es 75 Prozent. 

Eigenheim? Die Mehrheit kann (oder will) nicht

Besonders ernüchternd sind die Antworten der Europäer, die zurzeit zur Miete wohnen und noch nie Eigentum besessen haben. Auf die Frage, in welchem Alter sie wohl das erste Mal eine Immobilie erwerben werden, sagt die Mehrheit: nie. Genaugenommen sagen 38 Prozent, wahrscheinlich niemals kaufen zu können, weitere 16 Prozent wollen nicht kaufen.

Für Deutschland sind die Zahlen sogar noch krasser: Hierzulande hat nur jeder Dritte Kaufpläne. 43 Prozent sagen, wahrscheinlich niemals Wohneigentum kaufen zu können, weitere 22 Prozent wollen dies auch nicht. Beide Werte sind im Ländervergleich besonders hoch. 

Reisen ist wichtiger ist Sparen

Insgesamt genießt der Immobilienerwerb bei den meisten Befragten allerdings auch nicht die höchste Priorität. Obwohl sieben von zehn Befragten zustimmen, dass es aus finanzieller Sicht sinnvoll wäre, Eigentum zu besitzen, sind die allermeisten nicht bereit, allein darauf hinzusparen. So sagen insgesamt acht von zehn befragten Nicht-Eigentümern, dass andere Dinge für sie derzeit höhere Priorität habe als für ein Haus zu sparen - nämlich Hobbys, Reisen, Kinderkriegen, Studienkredite zurückzahlen oder günstig mieten. In Deutschland räumen sogar neun von zehn Befragten mindestens einem dieser Dinge Vorrang ein – der höchste Wert im gesamten Ländervergleich.

Dass Sparen bei der aktuellen Zinslage nicht wirklich lohnend erscheint, zeigt auch folgendes Ergebnis: 54 Prozent der Europäer ist es wichtiger, Geld ins Reisen zu stecken, als dieses für einen Hauskauf zurückzulegen. Nur 38 Prozent sparen lieber fürs Haus.

Quelle: ING-Studie

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