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Preisvergleich in Großstädten: Mit Ökostrom Geld sparen

Sparen, und das auch noch mit gutem Gewissen? Durch den Wechsel zu Ökostrom kann die Jahresrechnung künftig deutlich niedriger ausfallen. Ein aktueller Vergleich für 200 Städte.

Von Tanja Vedder

Wer zu einem Ökostromanbieter wechselt, kann nicht nur seine Klimabilanz verbessern, sondern auch etwas für den Geldbeutel tun. Dafür ist es aber unerlässlich, die Preise zu vergleichen. Denn bei den Konditionen der grünen Stromtarife offenbaren sich teils erhebliche Unterschiede. Mehr als 150 Euro Preisdifferenz hat das Verbraucherportal Toptarif jetzt bei seinem jüngsten Ökostrom-Vergleich in 200 bundesdeutschen Städten festgestellt.

Toptarif hat dabei für jede der untersuchten Städte die 20 günstigsten Stromtarife ermittelt und daraus einen Mittelwert gebildet. Das Ergebnis: Rund 792 Euro im Jahr muss ein vierköpfiger Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden im Schnitt für seine Stromrechnung zahlen, dies entspricht etwa 23 Cent pro Kilowattstunde. Doch die Unterschiede zwischen den Städten sind groß.

Erhebliche regionale Preisunterschiede

Am günstigsten kommen Ökostrom-Kunden in Aschaffenburg in Bayern weg. Sie zahlen im Mittel lediglich rund 722 Euro pro Jahr. Am teuersten sind Ökostromprodukte dagegen im Osten Deutschlands. Die im Bundesvergleich höchsten Rechnungen flattern Ökostrom-Abnehmern im sächsischen Görlitz ins Haus: Dort muss der Musterhaushalt im Schnitt bereits 878 Euro zahlen - das sind rund 156 Euro oder knapp 18 Prozent mehr als in Aschaffenburg.

Nur wenig mehr als der Bundesdurchschnitt legen Kunden in den Metropolen Berlin, Hamburg und Köln für ihren Ökostrom auf den Tisch - und zwar im Schnitt etwa 800 Euro. Ausreißer im positiven Sinne ist München. In der bayerischen Landeshauptstadt kostet Ökostrom im Schnitt lediglich 764 Euro. Das sind knapp 4,5 Prozent weniger als der Bundesdurchschnitt.

>>> Den Preisvergleich für 200 Städte finden Sie hier in unserer Tabelle.

>>> Hier finden Sie die günstigsten Ökostrom-Angebote in den deutschen Landeshauptstädten

Die Ursachen für die immensen regionalen Preisunterschiede, wie sie Toptarif festgestellt hat, liegen unter anderem in der Architektur des Strommarktes: So fließen in den Preis beispielsweise die sogenannten Durchleitungs- und Transportkosten ein, die jeder Stromanbieter an die Netzbetreiber zahlen muss. Und diese fallen regional sehr unterschiedlich aus. So kommt es, dass viele Ökostrom-Anbieter ihre Konditionen nicht deutschlandweit einheitlich gestalten, sondern ihre Preise von Region zu Region variieren. Außerdem spielt natürlich der lokale Wettbewerb eine Rolle, der in einigen Regionen Deutschlands bereits stärker ist als beispielsweise im Osten.

Preise vergleichen und auf Label achten

Kühl kalkulierende Rechner sollten in jedem Fall die Preise mehrerer Anbieter vor Ort unter die Lupe nehmen, empfiehlt Dr. Rainer Brosch, Energieexperte bei Toptarif. Dadurch ließen sich zum Teil mehrere hundert Euro Stromkosten einsparen. Am meisten freut sich das Sparschwein derer, die aus einem vergleichsweise teuren Tarif ihres Grundversorger zu einem Ökostromanbieter wechseln. Denn die Anbieter von Ökostrom liegen laut Brosch meist ein bis zwei Cent pro Kilowattstunde unter diesen Tarifen. Aber selbst der Wechsel aus einem vergleichsweise günstigen Angebot des Grundversorgers könne noch beim Sparen helfen.

So zahlt beispielsweise der Musterhaushalt in Aschaffenburg bei seinem Grundversorger 865 Euro - bei einem Wechsel zu Ökostrom würden Verbraucher in diesem Fall also jährlich 142 Euro sparen.

Bei der Suche sollten sich Kunden aber nicht nur am Preis, sondern auch an Qualitätssiegeln orientieren. Von Verbraucherschützern besonders empfohlen werden die etwas teureren Siegel "Grüner Strom Label" und "ok-power". Auch der TÜV vergibt entsprechende Label - diese sagen jedoch deutlich weniger über ökologische Standards aus. Verbraucherschützer raten deshalb vom TÜV-geprüften Strom eher ab.

>>> Grüner Strom: Worauf Wechselwillige achten sollten.

Generell gilt bei einem Stromanbieterwechsel der Tipp: Auf kurze Kündigungsfristen von maximal vier Wochen und möglichst kurze Laufzeiten (höchstens ein Jahr) achten. So bleiben Kunden flexibel und können schnell aus ihrem Vertrag heraus, falls der neue Anbieter ebenfalls die Preise anhebt.