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Mittelalter bei New York: Ritterburg des Abercrombie-Gründers wird verkauft

Wie kommt eine Ritterburg in einen Wald in der Nähe von New York? Hier wollte Lucy Abercrombie ihrem Mann Thomas ein Denkmal setzen. Leicht zerstört ist die Burg jetzt auf dem Markt.

Feldsteine und ein wuchtiger Wohnturm prägen die Burg.

Feldsteine und ein wuchtiger Wohnturm prägen die Burg.

Abercrombie & Fitch – das war doch diese Teenie-Marke, die mit halbnackten Waschbrettbauch-Verkäufern und schummeriger Beleuchtung ein paar Jahre für eine weltweite Einkaufshysterie sorgte, bevor sie sang- und klanglos wieder verschwand? Richtig  - aber nicht ganz, denn vor der Teenie-Ära war Abercrombiec & Fitch eine grundsolide Firma, die Outdoor-Kleidung und Ausrüstung verkaufte. Filmfreunde erinnern sich an die Komödie "Man's Favorite Sport?" von 1964. Hier spielte den Angelexperten von Abercrombie & Fitch – der Hochstapler kam in große Nöte, als er tatsächlich mal die Rute auswerfen musste.

Das Haus eines Abenteurers

Gründer David Thomas Abercrombie hingegen war ein echter Abenteurer, der die unzugänglichen Wälder Nordamerikas mit der unzureichenden Ausrüstung des 19. Jahrhunderts durchstreifte. Ausgestattet mit diesen Erfahrungen gründete er die Abercrombie Company. Sie verkaufte und produzierte Kleidung und Ausrüstung für Jäger, Fischer und Jäger. Abercrombie hatte so illustre Kunden wie den Schriftsteller Ernest Hemingway, den Präsidenten Theodore Roosevelt und die verschollene Fliegerin Amelia Earhart.

In den 1920er Jahren zog sich Abercrombie von den Geschäften in Manhattan zurück und seine Frau Lucy entwarf diese Burg mit dem Namen Elda unweit von am Hudson. Damals waren Gebäude im Stil der Neogotik und eines aufgefrischten Tudor-Stils nicht ungewöhnlich. Die steinerne Burg sollte an die schottische Herkunft des Gatten erinnern.

Nach seinem Tod ging es bergab

Nach seinem wurde das Gebäude mehrfach verkauft. Unter anderem soll es als Labor für einen Farbenfabrik gedient haben. Angeblich soll eine Explosion damals einen Teil der Anlage zerstört haben. Immer wieder gab es Renovierungs- und Wiederbelebungsversuche, keinem war ein durchschlagender Erfolg beschieden.

Das etwa neun Hektar große Gelände bietet einen Blick auf den Hudson, der Wohnturm – im Stil eines mittelalterlichen Donjon – thront über der Landschaft. Wer mag, könnte mit dem Boot direkt nach Manhattan reisen. Das Gebäude mit 430 Quadratmetern Wohnfläche muss jedoch renoviert werden. User weisen darauf hin, dass Teile des Gebäudes verwüstet seien, die meisten Räume sollen sich jedoch in einem weit besserem Zustand befinden, als die Bilder des Maklers vermuten lassen.

Das Schmuckstück soll 3,69 Millionen US-Dollar kosten. Die monatlichen Kosten betragen etwa 11.000 Dollar. Wie immer in den USA ist die Steuerbelastung mit 9000 Dollar im Monat sehr hoch.

Hier geht es zur Anzeige.

Mehr Informationen zu dem Haus im New York History Blog:

"An Ossining Castle: David Abercrombie’s ‘Elda’"

Traum-Haus: Dieses märchenhafte Cottage über den Dächern von Manhattan steht zum Verkauf
Diese Häuschen überblickt das East Village.

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