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Strom: Der Preis ist heiß

Für die Strom-Weiterleitung kassieren Energiekonzerne Gebühren. Die sind allerdings genehmigungspflichtig - von der staatlichen Netzagentur. Die blieb hart und verordnete Abschläge bis zu 16 Prozent. Nun dürfen die Verbraucher auf sinkende Preise hoffen.

Die Bundesnetzagentur stemmt sich gegen den Anstieg der Strom- und Gaspreise. Sie kürzte die Gebühren, die die Eon-Netz für die Weiterleitung von Strom beantragt hatte, um rund 16 Prozent. Das teilte der Präsident der Netzagentur, Matthias Kurth, am Mittwoch in Bonn mit. Zuvor hatte Kurth bereits die Netzentgelte von RWE EnBW und Vattenfall Europe gekürzt. Da die Netzentgelte rund 40 Prozent des Endpreises ausmachen, dürfen die Verbraucher auf günstigere Tarife hoffen.

Werden die Strompreise sinken?

Die neuen Gebührenentgelte gelten vom 1. September an und laufen bis Ende 2007. Die Bescheide für 20 weitere Stromnetzbetreiber stünden kurz vor dem Abschluss, so Kurth. Sobald diese Bescheide erteilt sind, sind die Entscheidungen für 80 Prozent des Marktes gefallen. In diesem Jahr müssen sich die Stromkonzerne erstmals ihre Netzgebühren genehmigen lassen. Neue Anbieter, die ebenfalls Strom verkaufen wollen, hatten sich in der Vergangenheit wiederholt über die hohen Netzgebühren beklagt.

Auswirkungen auf Verbraucher

Nach Einschätzung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV) werden die Entscheidungen der Bundesnetzagentur die Verbraucher spürbar entlasten. "Beim Strom macht das knapp einen Cent pro Kilowattstunde aus", sagte VZBV-Energieexperte Holger Krawinkel der Nachrichtenagentur. Für einen Haushalt mit drei bis vier Personen ergebe sich so eine Einsparung von etwa 35 Euro pro Jahr.

Auch bei den Nutzungsgebühren für Gasleitungen legte die Netzagentur Hand an. Die Eon Thüringer Energie AG muss 9,5 Prozent der beantragten Gebühren zurücknehmen, die Eon Mitte 11 Prozent. Die nun genehmigten Gastarife sind sofort wirksam und gelten bis zum 31. März 2008.

Umsatzrückgang in Millionenhöhe

Der RWE-Konzern rechnet damit, dass sein Umsatz wegen der Stromregulierung in zweistelliger Millionenhöhe sinken wird. Der RWE-Regionalnetzbetreiber sei bisher auf einen Jahresumsatz von rund 800 Millionen Euro gekommen, sagte ein Konzernsprecher. Eon wollte sich zunächst nicht äußern.

Reuters/DPA / DPA / Reuters