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Gebäudeversicherung : Wohngebäude - die Hälfte aller Versicherungen bietet im Ernstfall keinen Schutz

In der "Finanztest" ist die Hälfte der Gebäudeversicherungen krachend durchgefallen. Bei ihnen kann der Kunde schnell auf seinem Schaden sitzen bleiben. Darauf müssen Sie achten, damit sie wirklich geschützt werden.

Dekontamination   Bei einem Brand kann das ganze Grundstück verseucht werden. Dann muss der Grund abgetragen, entsorgt und ausgetauscht werden.

Dekontamination

Bei einem Brand kann das ganze Grundstück verseucht werden. Dann muss der Grund abgetragen, entsorgt und ausgetauscht werden.

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Mangelhaft – dieses Urteil von Finanztest kann man mit "Setzen! Sechs!" übersetzen. Von mangelhaften Produkten muss man die Finger lassen. Und dieses Verdikt gilt für fast die Hälfte aller Gebäudeversicherungen, die von der Finanztest getestet worden sind. Tatsächlich führt eine schockierende Versicherungslücke zu der Abwertung.

Ein Unglück geschieht schnell

Stellen Sie sich folgende Situation vor: In der Adventszeit brennen bei Ihnen die Kerzen auf dem Adventskranz. Dann klingelt es, die Familie steht vor der Tür. In dem Trubel geraten die Kerzen in Vergessenheit, sie beaufsichtigen sie nicht länger. Der Kranz fängt Feuer - das Haus brennt ab.

Zum Glück haben Sie eine Wohngebäudeversicherung, die deckt Brandschäden ab – das denken Sie. Aber tatsächlich werden Ihnen viele Versicherungen "grobe Fahrlässigkeit" vorwerfen und die Entschädigungszahlungen massiv kürzen. Und grob fahrlässig im Sinne der Versicherung handelt man schnell. Das geht so: Sie schließen ein Elektrogerät falsch an, daraus entsteht ein Kabelbrand. Sie lassen das Badewasser ein und vergessen das einströmende Wasser, weil sie telefonieren. Dann bleiben Sie auf existenzbedrohenden Schäden sitzen. Kommt es zum Schaden, besitzen sie auf einmal nur noch ein halbes Haus.

Jeder Immobilienbesitzer sollte daher seine Police auf das Thema "grobe Fahrlässigkeit" hin überprüfen. Ist dieser Fall nicht voll abgedeckt, sollte er die Versicherung kündigen.

42 sehr gute Versicherung

Eine bessere Versicherung zu finden, ist nicht unmöglich. Die Tabelle der Finanztest listet 42 "sehr gute" Versicherungen auf. Darunter sind nur Versicherungen, die einen guten Schutz gegen die wichtigsten Schäden bieten - und nicht nur offensichtliche wie Blitz oder Feuer. Gegen welche Schäden Sie unbedingt versichert sein sollten,  verrät Ihnen unsere Fotostrecke. 

Leider ist die Wahl der richtigen Versicherung nicht so leicht. Man kann nicht einfach den Testsieger oder den Preisleistungssieger nehmen und das war es dann. Je nach Lage des Hauses und den individuellen Gegebenheiten können Leistungen extrem wichtig sein oder auch ganz nebensächlich. Bei hohem Baumbestand sollte man hier auf einen guten Schutz achten, der auch Nebenkosten wie das Entsorgen eines umgestürzten Baumes umfasst. Gibt es nur Sträucher und Hecke, sind derartige Klauseln nicht wichtig. Ähnlich sieht es bei Elementarschäden und dem Schutz einer Solaranlage aus.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Preis des Versicherungsschutzes. Generell sind die "sehr guten" Versicherungen auch teuer, sagt die "Finanztest". Aber auch unter den diesen Angeboten gibt es gewaltige Unterschiede. Leider ist der Preisvergleich für den Kunden schwer. Es gibt einen Grund, warum man keinen aussagekräftigen Versicherungsrechner für Wohngebäude im Netz findet. "Finanztest" nennt die Preise für fiktive Musterimmobilien. Diese Daten geben eine gute Orientierungshilfe.

Eine Bestandsimmobilie mit teurem Standort, die auch Elementarschäden umfasst, kostet in einem teuren Tarif stolze 1150 Euro im Jahr, die HDI nimmt für ihren Premium Tarif – er wurde ebenfalls mit sehr gut bewertet  – weniger als die Hälfte: Er kostet nur 559 Euro.

Gewaltige Preisunterschiede

Die Empfehlung lautet daher: Bei den Versicherungen, die den individuell benötigten Schutz anbieten, sollte man sich von vier günstigen Anbietern ein Angebot machen lassen.

Um keine böse Überraschung im Schadensfall zu erleben, sollte man noch einen Tipp der Finanztester beherzigen: Wird der Wert der Immobilie aufgrund des fiktiven Bauwerts von 1914 berechnet, sollte man die Kalkulation unbedingt dem Versicherer überlassen, damit es nicht zu einer Unterversicherung des Gebäudes kommt. Ist der Wert zu gering angesetzt, werden Zahlungen entsprechend gekürzt.

Den vollständigen Test finden Sie gegen Gebühr unter test.de.