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Versicherungsschutz Wohngebäudeversicherung bei Finanztest – fast die Hälfte der Verträge fällt als mangelhaft durch

Bei den Versicherungen muss das Kleingedruckte studiert werden.
Bei den Versicherungen muss das Kleingedruckte studiert werden.
© Getty Images
Das Haus brennt, aber die Versicherung zahlt nicht? Das kann passieren, denn in den Verträgen sind große Lücken eingebaut.

Die Wohngebäudeversicherung ist einer der wichtigsten Versicherungen überhaupt, denn sie sichert den wertvollsten Besitz ab, das eigene Haus. Auch wenn ein Haus – immerhin aus Stein gebaut – solide aussieht, ist es doch ein fragiles Gut. Eine umgestürzte Kerze kann es in Brand setzen und komplett vernichten.

Eben darum hat man ja eine Wohngebäudeversicherung. Im Kleingedruckten haben die Versicherer Fallen eingebaut, sodass sie im Schadensfall die Zahlungen kürzen oder ganz verweigern können. Wer seinen Vertrag nicht kontrolliert und der Assekuranz vertraut, bleibt dann ruiniert zurück. Das Zauberwort heißt "grobe Fahrlässigkeit" – dann wollen die Versicherer nicht zahlen. Doch grob fahrlässig sind schon kleine Unachtsamkeiten. Sie sind eingeschlafen, obwohl noch eine Kerze brannte? Oder haben die Küche verlassen, wo doch noch ein Topf auf dem Herd stand? Pech gehabt, brennt es jetzt, weigern sich die Hälfte der Versicherer zu zahlen.
Das Allerwichtigste bei einer Wohngebäudeversicherung ist, dass die grobe Fahrlässigkeit mitversichert ist. Auch raten die Finanztester dazu, Elementargefahren unbedingt mit abzusichern. So ist man auch bei den Folgen von Wolkenbrüchen auf der richtigen Seite.
Die Branche ist nicht davon angetan, wenn Licht in das Dickicht ihrer Verträge gebracht wird. 26 Anbieter haben es abgelehnt, beim Test mitzumachen. Genutzt hat es ihnen nicht. Hier wurden die Daten inkognito eingeholt.

Komplizierter Preisstruktur

Der Wohngebäudeschutz besteht aus vier Bausteinen: Brand, Blitz, Explosion – Leitungswasser - Sturm, Hagel - Naturgefahren. Wie man sich fast denken kann, muss ein guter Schutz nicht teuer sein. In der intransparenten Branche gibt es schlechte und teuer Verträge, aber auch gute, günstige Policen. Am besten schnitten im Test die Tarife Max der GEV-Grundeigentümer und Premium der Rheinland mit jeweils Sehr gut (0,6) ab. Da sich die Tarife aber nach Regionen und Bedürfnisse ausdifferenzieren, gibt es keine absoluten Bestenlisten, ein Neubau ist in Dresden mit der WGV Optimal für 191 Euro gut abgesichert, in Düsseldorf liegt der Komforttarif der GVV Direkt für 300 Euro vorn. Viele Gesellschaften bieten drei Vertragsvarianten an: ein Basismodell, ein mittleres Angebot und einen Premiumtarif mit erweiterten Leistungen. Gut sind vor allem die Premiumtarife.

Im aktuellen Heft gibt es eine umfangreiche Checkliste, die aufführt, welche Leistungen wichtig sind. Und einen Guide, der erklärt, wie die alte Versicherung am besten gekündigt wird.
Den ganzen Test können Sie gegen eine Gebühr hier einsehen.

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