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Italien: "Wer hat noch eine weiße Weste?"

Nach dem Skandal um den Lebensmittelkonzern Parmalat ist das Verbrauchervertrauen in Italien auf dem Tiefpunkt. Die Großen im Süden - darunter Alitalia, Fiat und Telecom Italia - ringen ums Überleben.

Die Italiener hatten sich noch nicht vom Schock über den Zusammenbruch ihres Vorzeige-Familienunternehmens Parmalat erholt, da folgte vor wenigen Tagen bereits der zweite Streich: Plötzlich wurden auch gegen die Software-Firma Finmatica wegen zwielichtiger Geschäftspraktiken Ermittlungen eingeleitet. Marktmanipulationen, Bilanzfälschungen, Irreführung der Anleger - die Vorwürfe haben in beiden Fällen das Vertrauen der Investoren schwer erschüttert. Und die Bürger fragen sich: Welches Unternehmen fällt als nächstes? Wer hat in Italien überhaupt noch eine weiße Weste? "Ob bei Mode, Fußball oder Telekommunikation - fast alle Firmen sind verschuldet. Einer der nächsten Konzerne, der untergehen wird, ist Telecom Italia. Die sitzen schließlich auf einem Schuldenberg, der unendlich viel höher ist als der von Parmalat." Wer hier spricht ist kein Professor oder Börsenexperte, sondern Beppe Grillo, seines Zeichens Kabarettist und bekannt für seine spitze Zunge. Und Grillo hatte, wie kürzlich bekannt wurde, schon vor zwei Jahren die dubiosen Bilanzen bei Parmalat angeprangert - und wurde deshalb jetzt von der Staatsanwaltschaft als Zeuge vernommen.

"Kinder und Narren sagen die Wahrheit"

Von der Theaterbühne hatte Grillo damals gerufen: "Parmalat ist ein Unternehmen, das 13 Milliarden Euro umsetzt und 13 Milliarden Euro Schulden hat. Eigentlich müsste der Konzern Bankrott gehen, aber Präsident Calisto Tanzi sagt, man hätte da kreative Ideen, um dies zu verhindern." Komiker, Clowns und Kabarettisten sind derzeit in Italien die einzigen, denen die Bürger aufmerksam zu lauschen scheint, weil sie Politik und Wirtschaft schelmisch auf den Zahn fühlen. "Kinder und Narren sagen die Wahrheit", heißt es schon in einer alten Volksweisheit. Und: Wem kann man sonst noch trauen, wo alle anderen skrupellos in die eigene Tasche gewirtschaftet haben? Beispiel Finmatica: Die einst von Pierluigi Crudele sozusagen in einer Garage gegründete Gruppe galt lange als Shooting-Star unter den Hightech-Firmen und konnte 1999 bei ihrem Börsen-Debüt am Neuen Markt gleich am ersten Tag Gewinne von 700 Prozent verzeichnen. Jetzt steht Crudele samt Vorstandschef Fabio Bottari unter Hausarrest und Finmatica vor dem Untergang. Die Manager sollen die Offenlegungspflichten bezüglich der Bilanzen verletzt und Marktmanipulationen begangen haben. Nach den täglichen Hiobsbotschaften aus dem Hause Parmalat geht bei den Anlegern die ängstliche Frage um, ob dies wohl nur die Spitze eines Eisbergs ist.

Italiens Großkonzerne sind angegriffen

Italien ist zwar die viertgrößte Wirtschaftsmacht in Europa, hat jedoch nur gut ein Dutzend international wichtiger Großkonzerne. Und davon sorgt mindestens eine Handvoll bereits seit Jahren für Gesprächsstoff: Fiat und Alitalia stecken in der größten Misere ihrer Unternehmensgeschichte, Italiens größte Lebensmittelkonzerne Cirio und Parmalat sind für insolvent erklärt worden, Telecom Italia kämpft mit einem Mega-Schuldenstand. Als Reaktion ist das Verbrauchervertrauen der Italiener im Januar laut einer offiziellen Studie auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gefallen. "Zudem gibt es eine politische Instabilität, die es den Verbrauchern nicht erlaubt, an einen baldigen Wiederaufschwung zu glauben", erklärt ein Experte.

Problem: Professionalität der Mitarbeiter

Was bei Parmalat und Finmatica vor allem fehlte, war die Professionalität der Mitarbeiter, "weil die Arbeitsweisen sich heute dem ganzen Wirtschaftssystem anpassen und kundenfern und unpersönlich sind", so Wirtschaftswissenschaftler Prof. Marco Vitale. Komiker Beppe Grillo formuliert es einfacher: "Parmalat hat Leute eingestellt, die nicht einmal Files aus den Computern löschen konnten. Sie mussten auf die Computer einschlagen, um die Beweise zu zerstören."

Carola Frentzen, DPA / DPA
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.