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USA 100.000-Dollar-Spende für Starbucks-Barista: maskenlose "San-Diego-Karen" will die Hälfte davon

In New York schreibt der Staat auch für Starbucks-Kunden das Tragen von Masken vor
In New York schreibt der Staat auch für Starbucks-Kunden das Tragen von Masken vor
© John Marshall Mantel / Picture Alliance
Nachdem eine Kundin bei Starbucks nach einer Maske gefragt worden war, stellte diese einen jungen Barista bei Facebook bloß. Der erlebte jedoch eine Solidaritätswelle und erhielt durch eine Spendenaktion 100.000 Dollar Trinkgeld. Davon will die Kundin nun 50.000 Dollar für sich.

Amber Lynn Gilles, 35, wollte Ende Juni im kalifornischen San Diego einen Kaffee kaufen. Als der 24-jährige Starbucks-Barista Lenin Gutierrez sie ansprach, ob sie eine Maske bei sich habe, flippte sie aus. Sie fotografierte den jungen Mann und veröffentlichte anschließend sein Foto und eine Wutrede bei Facebook. Doch statt der wohl erwarteten Solidarität der User, erhielt sie massive Kritik und das Gegenteil ihrer Intention, den jungen Mann anzuprangern, geschah: Für ihn wurde eine Spendenkampagne errichtet, bei der mehr als 100.000 Dollar zusammenkamen. Der stern hat über den Fall und seinen ungewöhnlichen Ausgang berichtet.Nun aber legt die abwertend als "Karen" bezeichnete Kundin noch einmal nach. (Der Name "Karen" ist ein abwertender Begriff, der in den USA und anderen englischsprachigen Ländern für eine Frau verwendet wird, die als anspruchsvoll und den Rahmen sprengend betrachtet wird.) Gilles hat inzwischen nicht nur ihr Posting, sondern offenbar ihre gesamte Facebook-Seite gelöscht, doch gelernt hat sie aus dem Vorfall gar nichts. Ganz im Gegenteil, sie will Rache.

Wie Gilles dem Sender KGTV, der mit dem Portal "fox4now" zusammenarbeitet, sagte, habe sie eine Klage erwogen. Sie sei nach ihrem Facebook-Posting öffentlich diskriminiert worden, obwohl sie aus medizinischen Gründen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen könne. Und der Barista Gutierrez habe von seinem Fehlverhalten sogar noch profitiert. 105.450 Dollar, umgerechnet 92.640 Euro, sind insgesamt als "Trinkgeld" für den Barista gespendet worden. Der Student war überwältigt und hatte damals erklärt, er wolle die Summe für seine Ausbildung verwenden.

Ein Chiropraktiker stellte die "atembedingte medizinische Ausnahmegenehmigung" aus

Dem Sender schilderte Gilles, welche Symptome sie habe, wenn sie eine Maske trägt, mit dramatischen Worten: "Ich werde kurzatmig, mir wird schwindelig und sie bringt meinen Herzschlag aus dem Rhythmus. Außerdem leide ich an Asthma und bekomme vom Tragen Masken-Akne. Das alles passiert – und dann helfen Masken noch nicht einmal."

Gilles legte dem Sender KGTV zwei Zettel vor, die ihre gesundheitliche Situation beglaubigen sollen. Einer bestätigte eine Untersuchung ihres Beckens im Jahr 2015, die ein "wahrscheinlich exophytisches Myom von 2,9 Zentimeter Größe an der Vorderwand der Gebärmutter" sowie "eine einfache Eierstockzyste von 2,5 Zentimetern" ergeben hatte. Das zweite Blatt war ein handgeschriebener Zettel mit dem Briefkopf eines örtlichen Chiropraktikers. Der Mann, dessen Name auf Gilles Wunsch hin nicht veröffentlicht werden soll, hatte darauf vermerkt: "Amber hat Atembeschwerden, die sie daran hindern, eine Maske oder irgendeine Art von Gesichtsbedeckung zu tragen. Bitte kontaktieren Sie mich, wenn Sie Fragen haben."

Auf Rückfrage des Senders sagte der Chiropraktiker jedoch, er könne zu Gilles' Situation nichts sagen. Auf die Frage an Gilles, warum ein Chiropraktiker ihr eine atembedingte medizinische Ausnahmegenehmigung erteilt habe, antwortete sie: "Weil sie sich der nicht-invasiven persönlichen Betreuung und Behandlung widmen. Sie sind echte Ärzte."

Entschuldigen? "Auf keinen Fall!"

Auf die Frage des Senders, ob sie eine Entschuldigung oder Mitteilung für die Öffentlichkeit habe, sagte Gilles: "Auf keinen Fall. Ich habe eher ein Entschuldigung verdient. Ich wurde diskriminiert, ich bin diejenige, die krank ist."

Gilles erklärte, sie habe mit ein paar Anwälten gesprochen, die ihren Fall übernehmen und die Hälfte der Spendensumme für Gutierrez erstreiten sollten. Doch die seien so teuer, dass sie nun eine GoFundMe-Spendensammlung eingerichtet hätte, um für sich selbst Geld zu erhalten.

Quelle: fox4now.com

bal

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