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Ablehnung: Der konstruktive Umgang mit Absagen

Klar, dass eine Absage frustriert. Wie geht man damit um, wenn noch nicht mal eine Einladung zustandekommt?

Klar, dass Bewerber frustriert sind, wenn Absagen kommen. Hat man doch alle erdenklichen Mühen auf sich genommen, nach bestem Wissen und Gewissen die Unterlagen optimal gestaltet und versandt. Und dann das: Auf fünf gerade so zustande gekommene und abgesandte Bewerbungsunterlagen wird man nicht ein einziges Mal eingeladen. Nach einer weiteren Fünferrunde das gleiche Ergebnis. Zehnmal hat man sich entsprechend beworben, ohne die gewünschte Resonanz.

Sicherlich ist es nicht realistisch, bei jeder schriftlichen Bewerbungsaktion zu erwarten, auch prompt zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Jedoch sollte wenigstens auf fünf bis zehn schriftliche Bewerbungsbemühungen eine Einladung zum persönlichen Gespräch folgen. Natürlich ist dies auch mit von der Arbeitsmarktsituation und vielen weiteren Faktoren wie zum Beispiel Branche, Qualifikation, Alter, Gehaltserwartungen abhängig.

Nicht selten kommen ins Büro für Berufsstrategie in Berlin Klienten, die 20, 30 manche sogar 50 Bewerbungen versandt und keine oder nur eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhalten haben. Hier zeigt die Erfahrung, dass eine intensive Beratung und entsprechende Überarbeitung der Bewerbungsunterlagen die persönliche Quote schon nach recht kurzer Zeit auf 1:5 (eine Einladung auf fünf Bewerbungen) ansteigen lässt, im Idealfall sogar auf 1:3.

Selbstmitleid bringt nichts

Grundsätzlich ist es wichtig, dass Bewerber sich bei einer Absage auf keinen Fall schmollend in einen Winkel zurückziehen. Stellensuchende sollten nicht in Selbstmitleid verfallen, sondern versuchen, weiter selbstbewusst und aktiv zu agieren.

Auch sollten Bewerber überlegen, ob sich nicht ein freundlicher Antwortbrief auf das Absageschreiben lohnt. Das hängt natürlich damit zusammen, wie wichtig, wie interessant die angebotene Position war beziehungsweise ist und ob man überzeugt ist, in einer besonderen Weise für diesen Aufgabenbereich geeignet zu sein. In dem Antwortbrief sollten Bewerber ihr Bedauern Ausdruck geben und andeuten, dass das Unternehmen sicher im besten Interesse entschieden hat. Auch sollte man noch einmal kurz zusammenfassen, warum gerade diese Aufgabe besonders interessiert ist/war und was man zum Erfolg der Firma hätte beitragen können. Ein solcher Brief, der übrigens auch nach einem von einer Absage gefolgten Vorstellungsgespräch geschrieben werden kann, ist sinnvoll, weil...

- der Bewerber vielleicht ein "Grenzfall" bezüglich einer Einladung zum Vorstellungsgespräch war und durch diesen Brief nachträglich noch den positiven Ausschlag für eine Kontaktaufnahme gibt.

- von den eigentlichen Wunschkandidaten einige kurzfristig ihre Bewerbung zurückgezogen haben und man sich durch diesen Brief erneut anbieten.

- sich vielleicht später, während der Probezeit, die Einstellung des "Konkurrenten" als Fehlentscheidung erweist, man aber durch das besondere Engagement in positiver Erinnerung ist.

- der Personalchef einen möglicherweise weiterempfiehlt. Es gibt im Haus vielleicht noch andere Positionen, die zu besetzen sind.

Häufig findet man seine Mühe früher oder später belohnt, denn sich in der Situation einer Absage nicht (beleidigt) zurückzuziehen, spricht für eine ausgeprägte soziale Kompetenz. Eine Fähigkeit, die immer stärker gefragt ist.

Der Griff zum Hörer

Statt einen Brief zu schreiben, können Bewerber natürlich auch telefonieren. Über dieses Medium bekommt man relativ leicht heraus, wie sich die Bewerber-Auswahl-Lage beim Arbeitsplatzanbieter darstellt. Sind wirklich 500 und mehr schriftliche Bewerbungen eingegangen, relativiert sich unter bestimmten Aspekten das Unglück, nicht unter den Eingeladenen zu sein. Zusätzlich bekommt man vielleicht Informationen über die Auswahlkriterien und kann diese für weitere, kommende Bewerbungen nutzen.

Quelle: Büro für Berufsstrategie

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