Heizen gegen die Kälte Ähnlich wie 2022: Gasspeicher in Deutschland leeren sich zusehends

Eine rechte Hand dreht ein Heizungsventil auf 3 – Symbolbild Gasspeicher
Wer mit Erdgas heizt, senkt auch den Füllstand deutscher Gasspeicher
© Fabian Sommer / DPA
2026 beginnt in Teilen Deutschlands ungewöhnlich kalt und schneereich. Das sieht man auch an den Gasspeichern: Viele drehen ihre Heizung weiter auf als in vergangenen Jahren. 

Deutschland steht eine turbulente Wetterlage bevor – besonders in der Nacht zum Freitag sowie am Freitag tagsüber, wenn ein Sturmtief auf direktem Weg nach Mitteleuropa zieht und Schnee und Glatteis mit sich bringt, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. "Sturmtief Elli übernimmt die Regie in einem echten Wetterkrimi", kündigt Adrian Leyser Sturm vom DWD in Offenbach an. 

Laut den Prognosen wird im Norden und Osten mit teils stürmischem Ostwind weiter Kaltluft herangeführt, sodass die einsetzenden, kräftigen Niederschläge durchweg als Schnee fallen. "Im Streifen von der Nordsee bis in den Osten hinein können verbreitet um die zehn oder regional bis zu zwanzig Zentimeter Neuschnee zusammenkommen", sagt er. Dabei kann der kräftige Wind die lockere Schneedecke verwehen und zu größeren Behinderungen auf den Verkehrswegen führen. Ähnliche Schneemengen seien in den Mittelgebirgen möglich. In der Südosthälfte gibt es den Experten zufolge gebietsweise strengen Frost zwischen minus 10 und minus 15 Grad. Schnee und Kälte also in weiten Teilen Deutschlands. Aber wie steht es angesichts der Minusgrade um die Gasspeicher in Deutschland?

Füllstand der Gasspeicher Anfang 2026

Ende Dezember – bei einem Füllstand von 60 Prozent – sah der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, trotz der Kälte die Gasversorgung in diesem Winter gesichert: "Es droht aktuell kein Gasmangel", sagte er der "Rheinischen Post". "Die Lage ist eine ganz andere als im ersten Jahr nach der russischen Invasion in der Ukraine." Müller verwies auf die Versorgung mit Flüssiggas (LNG). "Die LNG-Terminals, große Mengen an Pipeline-Gas aus Norwegen wie Importe über Belgien, die Niederlande und zeitweise Frankreich sichern unsere Versorgung." LNG steht für "liquefied natural gas" – Erdgas, das so weit heruntergekühlt wird, dass es flüssig wird und per Schiff transportiert werden kann. An LNG-Terminals wird es dann wieder aus dem flüssigen in den gasförmigen Zustand gebracht und in Gasspeicher eingespeist.

In der zweiten Januar-Woche 2026 ist der Füllstand deutscher Gasspeicher auf 53 Prozent gesunken, Tendenz fallend – wie immer zu dieser Jahreszeit. Tatsächlich ist der aktuelle Füllstand der Gasspeicher vergleichbar mit der aus dem Winter 2021/22, denn am 7. Januar 2022 waren die deutschen Gasspeicher zu 52,8 Prozent gefüllt, fast genau vier Jahre später sind sie es zu 53,03 Prozent (Stand: 14.00 Uhr). Allerdings hatten die Gasspeicher am 1. November 2021 mit 72,73 Prozent ihren höchsten Füllstand erreicht. 2025 lag der Höchststand bei 76,72 Prozent – allerdings schon am 1. September. 

Ob nun die Witterung vor vier Jahren milder war oder die Deutschen angesichts des noch frischen Schocks über Russlands Angriff auf die Ukraine sparsamer waren, was das Heizen angeht – schwer zu sagen. Anfang 2022 rutschte der Gasspeicher-Füllstand Mitte März bis unter 25 Prozent. Das könnte dieses Jahr wieder passieren. Aber die aktuelle Kältewelle wird ja auch nicht ewig anhalten.

tkr / mit Agenturmaterial

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