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Arbeit: Keine Entspannung im Februar: 4,63 Millionen ohne Job

Auch zum Spätwinter gibt es keine Hinweise auf eine Entspannung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Nach ersten Berechnungen waren im Februar 4,63 Millionen Menschen ohne Arbeit.

Auch zum Spätwinter gibt es keine Hinweise auf eine Entspannung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Nach Berechnungen von Experten waren im Februar 4,63 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit. Das wären rund 30.000 mehr als im Januar. Im Jahresvergleich gehen die Fachleute bei der Februar-Arbeitslosenzahl nominell von einem Rückgang um 80.000 aus.

Die offiziellen Zahlen will der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, am Donnerstag bekannt geben. Es wird auch erwartet, dass Weise und sein Vorstandskollege Heinrich Alt zum Finanzskandal um die Kostensteigerungen bei der Internet-Stellenbörse Stellung nehmen.

Jahresvergleiche nicht aussagekräftig

Fachleute riefen unterdessen zu Vorsicht bei der Interpretation der Februar-Arbeitslosenzahlen auf. Da seit Jahresanfang die Teilnehmer so genannter Trainingsmaßnahmen nicht mehr als arbeitslos gezählt würden, seien Jahresvergleiche nicht sehr aussagekräftig. Bereinigt um die statistische Änderung wären im Januar rund 4,7 Millionen Menschen arbeitslos - und damit fast genauso viele im Februar 2003. Im Vergleich zum Januar wären dies rund 100.000 mehr.

Wetter erschwert die Lage

Der Arbeitsmarktexperte des Kieler Weltwirtschaftsinstituts, Rainer Schmidt, führt die seiner Ansicht nach unverändert schwierige Lage auf das kalte Winterwetter im Februar und die weiterhin lahmende Konjunktur zurück. "Von den Außenberufen - wie dem Bau - erwarte ich in diesem Monat wegen des späten Wintereinbruchs noch keine Entlastung", sagte er.

Abwärtstrend schwächt sich ab

Auch die Volkswirtin der Commerzbank, Elisabeth Andreae, sieht derzeit noch keine Besserung auf dem Stellenmarkt - "auch wenn das die offiziellen Arbeitsmarktzahlen sagen", wie sie betonte. Es gebe aber Hinweise, das die Abwärtstendenz abflacht. "Es scheint sich zu fangen", fügte die Analystin hinzu.

Im Januar waren in Deutschland nach Angaben der Bundesagentur offiziell 4.597.400 Arbeitslose registriert - 282.300 mehr als im Dezember 2003. Im Vergleich zum Vorjahresmonat war die Zahl wegen einer Umstellung der Statistik um 26.400 zurückgegangen - das erste Mal seit zweieinhalb Jahren.

Bereinigt um die statistische Neuerungen waren im Januar dagegen 4.677.400 Männer und Frauen ohne Job - 368.600 mehr als im Dezember. Im Vergleich zum Jahresbeginn 2003 hatte die Erwerbslosenzahl um 24.800 zugelegt. Das neue statistische Raster bei der Erfassung von Arbeitslosen hatte der Gesetzgeber vorgeschrieben. Die deutsche Statistik sollte damit an EU-Normen angepasst werden.

DPA / DPA