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Arbeitnehmer: Krankmeldungen auf Rekordtief

Im ersten Halbjahr von 2007 haben sich so wenig Arbeitnehmer krank gemeldet, wie noch nie: Laut einer Statistik des Gesundheitsministeriums fehlte ein Angestellter "nur" noch 3,6 Tage. Das ist der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung.

Der Krankenstand in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2007 auf ein Rekordtief gefallen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres fehlten die Arbeitnehmer durchschnittlich 3,34 Prozent der Sollarbeitszeit (Vorjahr: 3,37 Prozent). Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums in Berlin bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der "Welt" (Montag). Demnach ist dies der niedrigste Krankenstand in einem Halbjahr seit der Wiedervereinigung und im Westen seit der Einführung der Lohnfortzahlung im Jahr 1970.

Im März gab's die meisten Krankenstände

Nach Berechnungen der "Welt" entsprechen die Fehlzeiten 3,6 Arbeitstagen. Diese Zahl wollte die Ministeriumssprecherin allerdings nicht bestätigen. Die Arbeitnehmer in den neuen Ländern fehlten 3,59 Prozent der Sollarbeitszeit, im Westen waren es 3,29 Prozent. Laut Statistik seien die Krankenstände im März mit 4,68 Prozent der Sollarbeitszeit am höchsten gewesen, hieß es. Dagegen fehlten die Beschäftigten im Januar mit 2,33 Prozent der Sollarbeitszeit am wenigsten.

Damit setzt sich der Sinkflug der Krankenstandszeiten fort: Im Jahr 2003 waren deutsche Arbeitnehmer noch durchschnittlich 7,6 Tage im Jahr krankgemeldet, ein Jahr später (2004) waren es bereits 6,5 Tage. In den 70er und 80er Jahren mussten Arbeitgeber noch Krankenstände von bis zu 5,7 Prozent hinnehmen.

Deutsche Arbeitnehmer werden immer gesünder

Die sinkenden Krankenstände sind jedoch nicht mehr nur allein auf die jahrlang geschürte Angst um den eigenen Arbeitsplatz zurückzuführen. Ein ganz entscheidender Grund ist vielmehr, dass immer weniger Arbeitnehmer mit langwierigen Erkrankungen noch berufstätig sind. Zu diesem Schluss kommt der Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) aus Berlin.

spi/DPA/AP / AP / DPA