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Positivtrend: Zahl der Toten im Straßenverkehr sinkt auf Rekordtief

Seit Jahren sinkt die Zahl der Toten im Straßenverkehr und befindet sich nun auf einem Rekordtief. Betrachtet man jedoch die verschiedenen Verkehrsteilnehmer, sticht eine Gruppe mit negativen Entwicklungen hervor.

Zahl der Toten im Straßenverkehr sinkt auf Rekordtief

Die Zahl der toten Autofahrer im Straßenverkehr ist in den letzten Jahren deutlich gesunken

Picture Alliance / DPA

Im letzten Jahr wurden so wenige Verkehrstote gezählt wie niemals zuvor. 2017 starben 3180 Menschen bei Verkehrsunfällen in Deutschland, das waren 0,8 Prozent weniger als 2016 und so wenig wie nie seit Beginn der Verkehrszählung 1950. Das geht aus dem "Unfallverhütungsbericht Straßenverkehr 2016/2017" hervor, den Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Mittwoch im Kabinett vorlegte.    

Demnach sank die Zahl der Verkehrstoten im ersten Halbjahr 2018 um weitere 3,3 Prozent. Insgesamt verringerte sich die Zahl der Toten zwischen 2011 und 2017 um 20 Prozent. Über den Zeitraum von 2000 bis 2017 sank laut Bericht die Zahl der tödlich verunglückten Autofahrer um 67 Prozent, bei den Fahrradfahrern um 42 Prozent und bei Fußgängern um 51 Prozent. Die Zahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Kinder nahm in dem Zeitraum um 75 Prozent ab, bei jungen Fahrern um 77 Prozent. Allerdings stieg die Zahl der Fahrradunfälle insgesamt seit 2000 um acht Prozent, wie aus dem Bericht hervorgeht. 

Digitale Vorsichtsmaßnahmen für den Straßenverkehr

Scheuer kündigte an, dass die Verkehrssicherheit weiter verbessert werden solle. "Wir arbeiten weiter daran, dass insbesondere schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fahrradfahrer, Fußgänger, vor allem Kinder, sicher auf den Straßen unterwegs sind", erklärte der Minister in Berlin. Daher sollten Maßnahmen wie die Aktion Abbiegeassistent gestärkt werden. Eine solche Einrichtung am Fahrzeug erkennt Radfahrer oder Fußgänger in der direkten Umgebung, warnt den Fahrer und kann eine Notbremsung einleiten.    

Das Verkehrsministerium wird gemäß einer Koalitionsvereinbarung ein Folgeprogramm zur Verkehrssicherheit für den Zeitraum 2021 bis 2030 auflegen. Dabei sollen alle relevanten Akteure eingebunden werden, um Unfälle zu vermeiden - Länder und Kommunen, Unternehmen und Verbände. Für Aufklärungs- und Informationsprogramme werden 14,9 Millionen Euro in diesem Jahr bereitgestellt. Die größten Potenziale zur weiteren Reduktion sieht das Ministerium für die kommenden Jahre bei Unfällen von Autos und Motorrädern auf Landstraßen sowie innerorts bei Kollisionen mit Fußgängern und Radfahrern. Ziel des Verkehrssicherheitsprogramms von 2011 sei es, bis 2020 insgesamt 40 Prozent weniger Getötete im Straßenverkehr zu haben.

sve / AFP