Arbeitslosigkeit in Europa Halle ist Spitze


EU-weit liegt die deutsche Stadt Halle an der Spitze der Arbeitslosenstatistik: 27,1 Prozent der Bewohner sind ohne Job. Weitere Problemgebiete sind Kalabrien, französische Überseegebiete und Deutschlands Osten.

Vier ostdeutsche Regionen weisen bei der Arbeitslosigkeit EU-weit die höchsten Werte auf. In der jüngsten Aufstellung des Europäischen Statistikamtes Eurostat verzeichneten nur drei französische Überseegebiete und das süditalienische Kalabrien ähnlich hohe Arbeitslosenquoten wie die ostdeutschen Regierungsbezirke Halle, Dessau und Leipzig sowie Mecklenburg-Vorpommern. Die ostdeutschen Problemregionen übertrafen damit 2002 - 13 Jahre nach dem Fall der Mauer - auch die Quoten der am schlechtesten platzierten Regionen in den Beitrittsländern.

Die höchste Arbeitslosigkeit im europäischen Kernland weist die am Montag in Luxemburg veröffentlichte Statistik für Halle mit 27,1 Prozent im Vergleichsjahr 2002 aus. Nur das französische Übersee-Département Réunion im Indischen Ozean hat mit 29,3 Prozent noch mehr Arbeitssuchende. Besser als der Raum Halle stand selbst die polnische Woiwodschaft Lubuskie da, die mit 26,3 Prozent die höchste Arbeitslosigkeit aller Regionen in den zehn Beitrittsländern aufwies. Allerdings lag die Jugendarbeitslosigkeit in Polen mit regional 50 Prozent und mehr deutlich höher als in Ostdeutschland.

Nur 2,0 Prozent in Tirol

Eurostat nannte jeweils die acht Regionen mit der höchsten und der niedrigsten Arbeitslosigkeit. Dabei kamen die Negativrekorde der alten EU-Staaten aus Deutschland, den französischen Übersee-Gebieten und Süditalien. Am besten schnitt das österreichische Tirol mit 2,0 Prozent Arbeitslosigkeit ab, gefolgt von vier niederländischen und zwei portugiesischen Regionen. In den Beitrittsländern standen Zypern mit 3,3 Prozent sowie vier tschechische und drei ungarische Provinzen am besten da. Sechs polnische und zwei slowakische Regionen hatten die höchsten Quoten.


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