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Arbeitsmarkt: 2008 so viele Erwerbstätige wie noch nie

Trotz Finanzkrise und Rezession sind 2008 so viele Menschen in Deutschland einer Arbeit nachgegangen wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte mit durchschnittlich 40,35 Millionen einen neuen Höchststand. Die Konjunkturkrise wird aber nach Einschätzung der Statistiker dieses Jahres auf den Arbeitsmarkt durchschlagen.

Im vergangenen Jahr haben in Deutschland so viele Menschen gearbeitet wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Im Jahresdurchschnitt waren nach am Freitag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes 40,35 Millionen Menschen erwerbstätig. Das waren 582.000 oder 1,5 Prozent mehr als 2007. Allerdings fiel der Anstieg der Erwerbstätigkeit etwas schwächer aus als 2007, als die Statistiker 671.000 oder 1,7 Prozent mehr Erwerbstätige gegenüber dem Vorjahr gezählt hatten.

Die aktuelle Konjunkturflaute kommt nach den Erfahrungen der Statistiker "erst mit zeitlicher Verzögerung" auf dem Arbeitsmarkt an. Die fünf Wirtschaftsweisen sagen voraus, dass die Zahl der Erwerbstätigen, also alle sozialversicherungspflichtig beschäftigten, in diesem Jahr um rund 80.000 sinkt. Das wäre der erste Rückgang seit 2005. Die Zahl der Arbeitslosen wird nach Einschätzung des Wirtschaftsweisen Wolfgang Wiegard bis Ende 2009 sogar um fast 700.000 steigen.

Der Anstieg im vergangenen Jahr geht vor allem auf die Arbeitnehmer zurück. Ihre Zahl erhöhte sich um 568.000 oder 1,6 Prozent auf knapp 35,9 Millionen. Die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger nahm dagegen nur leicht um 14.000 oder 0,3 Prozent auf rund 4,5 Millionen zu. "Die günstige Entwicklung der Arbeitnehmerzahlen im Jahr 2008 ging fast vollständig auf den Aufbau voll sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung zurück", hieß es. Bei der in Haupterwerbstätigkeit ausgeübten geringfügigen Beschäftigung, den sogenannten Minijobs, gab es dagegen nahezu eine Stagnation.

Reuters/AP / AP / Reuters