Arbeitsmarkt Experten zweifeln Zahl der Minijobs an


"Die Angaben der Bundesknappschaft, dass eine Million neue Stellen durch die Minijobs entstanden seien, ist aus der Luft gegriffen", sagt Arbeitsmarktexperte Viktor Steiner.

Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsexperten haben die Zahl neuer Minijobs angezweifelt. "Die Angaben der Bundesknappschaft, dass eine Million neue Stellen durch die Minijobs entstanden seien, ist aus der Luft gegriffen", sagt Viktor Steiner, Arbeitsmarktexperte beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), dem Berliner "Tagesspiegel".

Helmut Rudolph vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das zur Bundesagentur für Arbeit (BA) gehört, sagte dem Blatt, die Bundesknappschaft sei anhand ihres Datenmaterials gar nicht in der Lage, wirklich festzustellen, wie viele neue Minijobs geschaffen wurden. "Ich frage mich, wo das Stellenwunder herkommen soll."

Laut "Tagesspiegel" geht die Arbeitsagentur von gerade einmal 100.000 zusätzliche Arbeitsplätzen durch Minijobs aus, das DIW sogar von nur 50.000.

Einbußen für Steuerzahler wegen überlasteter Job-Zentrale

Steuerzahlern, die im vorigen Jahr Minijobs vergeben haben, drohen nach einem Bericht der «Leipziger Volkszeitung» Einbußen. Die Minijob-Zentrale sei wegen Arbeitsüberlastung nicht in der Lage, bis zum 31. Mai, dem Abgabetermin für die Einkommenssteuer-Erklärung, die geforderten Bescheinigungen für Hilfen im haushaltsnahen Bereich auszustellen, schreibt das Blatt. Dies treffe besonders jene, die eine Steuerrückzahlung erwarten.

Der Vizepräsident des Bundes der Steuerzahler, Dieter Lau, forderte deshalb den zuständigen Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) auf, "schleunigst für Abhilfe zu sorgen". Lau sagte der Zeitung: "Entweder müssen Steuerzahler, die die Kosten einer Haushaltshilfe geltend machen wollen, eine automatische Fristverlängerung für die Abgabe der Steuererklärung erhalten, bis die Bescheinigungen der Minijob-Zentrale vorliegen. Oder es muss bundesweit auf die Pflicht der Vorlage der Bescheinigung verzichtet werden."

Wer im haushaltsnahen Bereich jemanden in einem Minijob beschäftigt, kann zehn Prozent der entsprechenden Kosten, maximal 510 Euro, bei der Steuer geltend machen. Der Gesetzgeber möchte damit zusätzliche Beschäftigungsanreize schaffen.


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