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Ausbildungsplätze: Heftige Kritik von Bildungsministerin Bulmahn

Bildungsministerin Bulmahn (SPD) hat scharfe Kritik an der mangelhaften Ausbildungsbereitschaft der Betriebe geübt. Der Ruf nach einer Abgabe für unwillige Unternehmen wird wieder laut.

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn hat den Unternehmen in Deutschland eine mangelhafte Ausbildungsbereitschaft vorgeworfen. "Wir haben rund 500.000 Betriebe, die nicht ausbilden, obwohl sie dies könnten", sagte die SPD-Politikerin der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". Wenn sich nur die Hälfte dieser Unternehmen bewegen und eine Lehrstelle bereitstellen würde, "hätten wir ein mehr als ausreichendes Angebot".

Fehlendes Engagement

Die Betriebe dürften sich nicht länger drücken, betonte Bulmahn. Qualifizierte Arbeitnehmer fielen nicht vom Himmel. Sie erwarte, dass die Wirtschaft beim Ausbildungsgipfel mit der Bundesregierung Anfang Oktober überzeugende Vorschläge mache. Noch sei es allerdings zu früh, um über gesetzliche Maßnahmen zu reden. Jetzt gelte: "Die Unternehmer müssen bei der Schaffung neuer Ausbildungsplätze kräftig zulegen", sagte die Ministerin.

Der Ruf nach Ausbildungsabgabe wird laut

Die Grünen-Politikerin Grietje Bettin forderte unterdessen eine Ausbildungsplatz-Umlage. Betriebe, die keine Jugendlichen ausbildeten, sollten in eine Stiftung einzahlen, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Grünen der "Rheinischen Post" in Düsseldorf. Mit dem Geld sollten Betriebe entlastet werden, die viele Lehrstellen anböten. Es habe bereits Gespräche über das Stiftungsmodell mit dem Bundesbildungsministerium gegeben, sagte Bettin. Die Arbeitgeber lehnen eine auch von den Gewerkschaften geforderte Ausbildungsabgabe ab.

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