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Bundesagentur: Virtueller Arbeitsmarkt wird teurer

Der virtuelle Arbeitsmarkt der Bundesagentur für Arbeit wird wohl teurer als geplant. Allerdings werden die Mehrkosten nicht von der Behörde getragen.

Durch die Anfang kommenden Jahres wirksamen Arbeitsmarktreformen seien die Aufgaben des Virtuellen Arbeitsmarktes erweitert worden, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit. Die Kosten für diese Erweiterungen lägen im zweistelligen Millionenbereich. "Sie werden (...) nicht von der BA getragen, da sie im Rahmen der Einführung der Grundsicherung für Arbeitssuchende (Arbeitslosengeld II) entstehen", heißt es in der BA-Mitteilung weiter. Bei der Neuaufstellung des virtuellen Arbeitsmarktes Anfang diesen Jahres hätten die Erfordernisse des Arbeitsmarktreformen noch nicht berücksichtigt werden können. Weiter betonte die Behörde, bereits früher seien die Kosten des virtuellen Arbeitsmarktes bis 2008 auf 163 Millionen Euro eingrenzt worden. Dies werde eingehalten.

Das Magazin "Impulse" hatte zuvor in seiner Internet-Ausgabe unter Berufung auf interne BA-Papiere berichtet, die geplanten 163 Millionen Euro für den Virtuellen Arbeitsmarkt würden überschritten. Außerdem nehme intern der Druck auf das IT-Dienstleistungsunternehmen Accenture zu, das einen Großteil des Online-Angebots verantworte. "Navigation und Verlinkungen sind unzureichend, eine Nutzerfreundlichkeit nicht gegeben", zitierte das Magazin aus einem Protokoll des BA-Verwaltungsrates.

Vor rund einer Woche hatte bereits BA-Verwaltungsratsmitglied Jürgen Heike den Verzicht auf den virtuellen Arbeitsmarkt gefordert. Der Staatssekretär im bayerischen Sozialministerium hatte erklärt, er sehe nur noch Kosten und keine Chancen für den virtuellen Arbeitsmarkt.

Der virtuelle Arbeitsmarkt hatte Ende vorigen Jahres Negativschlagzeilen gemacht. Damals war bekannt geworden, dass die Kosten für die Zeit bis 2008 statt der ursprünglich veranschlagten 65 Millionen Euro auf 165 Millionen Euro steigen könnten. Der BA-Vorstand hatte daraufhin die Kosten auf 163 Millionen Euro begrenzt. Der Virtuelle Arbeitsmarkt umfasst neben der Ablösung des internen Computersystems zur Beratung und Vermittlung von Arbeitslosen eine Internet-Jobbörse und ein Internet-Service-Portal. Zu dem Projekt gehört auch ein Jobroboter - eine Suchmaschine, die auf Internetseiten von Unternehmen nach Stellenangeboten sucht.

Das Arbeitslosengeld II ersetzt ab Januar 2005 die bisherige Arbeitslosen- und Sozialhilfe für Langzeitarbeitslose und ist das Kernstück der Hartz-IV-Arbeitsmarktreformen.

Reuters / Reuters