HOME

Demographie: Die Belegschaften altern

Viele Unternehmen würden ihre älteren Mitarbeiter lieber so schnell wie möglich los werden und durch Jüngere ersetzen. Auf eine Rente mit 67 sind die meisten Betriebe nicht vorbereitet.

Die Aussicht bis 67 arbeiten zu müssen, kommt für viele Menschen einem Albtraum gleich. Sie fragen sich zum Beispiel, ob in ihrem harten Job - auf dem Bau oder am Band in einer Produktionshalle - ihr Körper so lange mitmacht. Menschen mit Bürojob stellen sich ähnliche Fragen: "Gelingt es mir, bis zur Rente mit den jüngeren Kollegen mitzuhalten?". Auch zahlreiche Unternehmen würden ihre Alten lieber so schnell wie möglich loswerden und durch jüngere Mitarbeiter ersetzen. Doch daraus wird nichts: Die Unternehmen in Deutschland müssen sich darauf einstellen, dass ihre Belegschaften immer älter werden.

Veränderte Altersstrukturen in den Betrieben

Die grundlegende Erkenntnis, dass auch Belegschaften altern, sei inzwischen bei den Unternehmen angekommen, sagte Hartmut Buck vom Stuttgarter Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO). Doch aus dem Wissen um die demographische Entwicklung würden bisher kaum Konsequenzen gezogen. Viele kleine und mittlere Betriebe hätten keinen Überblick, wie sich die Altersstruktur bei ihnen verändern werde.

Solche Zahlen können eindrucksvoll sein, wie das Beispiel des Volkswagen-Werks in Kassel zeigt. "Der Anteil der über 55-Jährigen wird von zehn Prozent im Jahr 2003 auf etwa 40 Prozent im Jahr 2023 steigen", sagte der VW-Arbeitsmediziner Prof. Reinhard Nöring.

Die Zukunft heißt "50+"

Das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat die Entwicklung der Altersstruktur für den Arbeitsmarkt berechnet. Der Anteil der 50 bis 64-Jährigen an den Erwerbsfähigen steigt danach bis zum Jahr 2020 von derzeit 23 auf über 30 Prozent und wird sich auf diesem hohen Niveau einpendeln. Buck zufolge wird das Durchschnittsalter in vielen Betrieben erheblich steigen, wenn die Altersteilzeit-Regelung wie geplant 2009 abgeschafft wird.

Diese Entwicklung stellt Unternehmen vor große Herausforderungen: Viele Ältere können nur noch eingeschränkt arbeiten, haben Probleme beim Bücken, können nichts Schweres mehr tragen oder lange stehen. Die Suche nach einem weniger belastenden Arbeitsplatz sei häufig schwierig, sagte Nöring. So sei bei VW ein Wechsel von der Produktion in die Verwaltung so gut wie ausgeschlossen. Zudem würden viele Vorgesetzte in ihrem Produktionsbereich nur unwillig ältere Mitarbeiter aufnehmen, berichtet Nöring. Die Chefs würden schließlich an der Arbeitsleistung pro Mitarbeiter gemessen, da störten schwächere Kollegen. Derzeit erforscht VW gemeinsam mit der Universität Kassel, wie sich das Unternehmen besser auf ältere Mitarbeiter einstellen kann.

Mehr Weiterbildungsangebote

Für Menschen mit Bürojobs müssten die Unternehmen mehr Weiterbildung anbieten und bestehende Angebote verbessern, sagte Klaus Schömann, Professor an der International University Bremen. Er rät außerdem, verstärkt nach Leistung zu bezahlen. "Bisher ist es ja meist so: "Je länger jemand im Betrieb ist, desto mehr Geld bekommt er." Das mache Ältere überproportional teuer. Aus Sicht von Caterine Schwierz, Unternehmensberaterin bei Adecco, haben ältere Mitarbeiter oft keine Karrierechancen. "Dann lässt häufig die Motivation nach."

IAO-Experte Buck sieht nicht nur die Unternehmen gefordert. "Der Mitarbeiter selbst muss sich fragen: Wie schaffe ich es, gesund und gebildet bis zu einem Alter von 67 Jahren zu arbeiten?"." Was das konkret bedeutet, sagte er nicht: "Da gibt es keine Patentrezepte."

Stefan Waschatz/DPA / DPA
Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(