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Gehaltsverhandlungen: "Männer sind aggressiver"

Der ehemalige Personalvorstand der Deutschen Telekom, Thomas Sattelberger, erklärt im Interview, warum Frauen immer noch weniger verdienen als Männer. Und was man dagegen tun kann.

Herr Sattelberger, Sie haben in Ihrer Karriere Hunderte von Gehaltsverhandlungen geführt. Treten Männer wirklich so viel aggressiver auf als Frauen?
Ja. Sie argumentieren fordernder und hartnäckiger als Frauen, das zeigen alle Studien und entspricht auch meinen eigenen Erfahrungen. Ich habe mit Männern verhandelt, die waren so penetrant, dass ich dachte ‚Schämst du dich eigentlich gar nicht’? Nicht nur bei Grundvergütung, auch bei Einstiegsprämien, Höhe der Umzugskosten, Gebühren für die internationalen Privatschulen ihrer Kinder, den Umfang der variablen Vergütung, die Absicherung der variablen Vergütung bei einem Wechsel und, und, und. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. Damit ist die Hartnäckigkeit fast ein Grund, vom Bewerber abzusehen.

Dann sind Frauen letztlich selbst Schuld, wenn sie nicht ähnlich kreativ verhandeln?
Ich würde den Frauen erstmal nicht die Schuld zuschieben, sondern zuallererst vielen Unternehmen. Sie nutzen es aus, dass Frauen schwächer verhandeln. Richtig ist allerdings, dass Frauen lernen müssen, sich bei Geld und Vergütungsverhandlungen zu behaupten.

Die Statistik zeigt: Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt 22 Prozent weniger als Männer. Rechnet man Faktoren wie Teilzeit, Erziehungsjahre, geringer bezahlte Jobs heraus, bleibt immer noch eine Lohnlücke von acht Prozent. Fragt man Unternehmen nach dieser Lücke, sagen sie in der Regel. Nein, bei uns gibt es das Problem nicht. Wie kann das sein?
Meine Zunft ist häufig auf dem Geschlechterauge blind. Ich hatte als Telekom-Personalvorstand vor Jahren begonnen, das Thema Equal Pay gründlich prüfen zu lassen. Meine Mitarbeiter gaben Entwarnung, wir hätten kein Problem. Ich wollte die Analyse selbst sehen und entdeckte signifikante Abweichungen in zwei Bereichen. Bei Führungspositionen in der IT und im Marketing verdienten die Frauen 15-25 Prozent weniger als die Männer.

Was haben Sie getan?
Ich habe die Gleichwertigkeit der Positionen prüfen lassen. Das war in der Tat so. Dann wurden die Gehälter in zwei Schritten erhöht und so die Lücke geschlossen.

Häufig haben Frauen aber gar nicht die gleichen Positionen wie Männer. Weil sie wegen der Kinder Auszeiten in Kauf nehmen und seltener Karriere machen.
Es ist arrogant und ungerecht zu sagen, Frauen haben Brüche in ihren Lebensläufen und deshalb verdienen sie zu Recht weniger. Das beschreibt zwar den Status quo treffend. Aber wie kann das eigentlich sein? Wir bezahlen doch nicht nach Sitzfleisch, sondern nach Leistung und Fähigkeiten. Auszeiten und Teilzeit dürfen in modernen Vergütungsphilosophien keine Rolle spielen. Das würde sich kein Mann gefallen lassen.

Wer zwei Jahre rausgeht aus seinem Job, verliert doch an Wert für seine Firma?
Das halte ich für ein ausgesprochenes Vorurteil. Das Ideal der ununterbrochenen Karriere ist eine sehr männlich geprägte Vorstellung. Wenn wir immerzu von diesem einen Modell ausgehen, dann haben Frauen signifikant geringere Karrierechancen und werden zudem noch schlechter vergütet. Und zwar bis in alle Ewigkeit. Das nenne ich Diskriminierung.

Viele Unternehmen haben das Thema erkannt und sind bereit, freiwillig etwas zu verändern.
Ich glaube nicht an Freiwilligkeit. Eine Mehrheit der Personaler in Deutschland hat wenig Gespür dafür, was in modernen Gesellschaften Fairness in Bezug auf Geld, Karriere, Macht und Arbeitszeit bedeutet.

Was müsste passieren, um die Lohnlücke zu schließen?
Die Firmen müssen sich zu einem jährlichen Reporting ihrer Vergütungsstruktur verpflichten beziehungsweise verpflichtet werden. Das würde sie zwingen, ihre Praktiken systematisch zu analysieren und mögliche Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen zu begründen. Ein solcher Veröffentlichungsdruck schafft Transparenz. Und die wirkt häufig Wunder.

Doris Schneyink
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.