BILDUNG Studienabbrecher sollen zahlen


Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände möchte Studienabbrecher zur Kasse bitten. Wenn schon Ressourcen verschleudert würden, solle dies wenigstens eigenverantwortlich geschehen.

Studiengebühren als Mittel gegen die hohe Quote von 40 Prozent Studienabbrechern hat die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) gefordert. BDA-Geschäftsführungsmitglied Dietmar Heise sagte am Freitag bei einem Weiterbildungskongress in Köln, wenn schon Ressourcen verschleudert würden, solle dies wenigstens eigenverantwortlich geschehen.

Heise forderte aber auch, dass die Schulen besser auf den weiteren Berufsweg vorbereiten müssten. Nötig seien auch mehr Beratung in den Hochschulen und Aufnahmetests. Der Lufthansa-Manager Thomas Sattelberger beklagte eine »Verluderung« der deutschen Hochschulen. Die hohe Zahl der Studienabbrecher sei »ein Skandal, nicht nur eine Verschleuderung von volkswirtschaftlichem Vermögen, sondern auch von menschlichem Potenzial«. Er stellte das Studiensystem in den USA als Vorbild heraus, das sehr viel stärkere Führung der Studenten biete.

Bei einem Kongress im Rahmen der Kölner Bildungsmesse debattierten Fachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft über die zunehmende Bedeutung von Weiterbildung. Der Begriff »Employability« könne mit »Beschäftigungsfähigkeit durch lebenslanges Lernen« umschrieben werden, sagte Veranstalter Mario Gust.

Die Unternehmen bräuchten mündige Mitarbeiter, die für ihren Lebensweg und die eigene Entwicklung auch Verantwortung übernähmen, sagte Deutsche-Bank-Personalmanager Heinz Fischer. Die Konzerne müssten das unterstützen, beispielsweise durch entsprechende Zeitgestaltung. Bei der Deutschen Bank und anderen Großunternehmen gebe es beispielsweise einen Test, mit dem jeder Mitarbeiter Lücken im eigenen Qualifikationsprofil feststellen und dann gleich das passende Weiterbildungsangebot wählen könne, erklärte er.

Sattelberger berichtete von reger Teilnahme von Lufthansa-Mitarbeitern sowohl an nebenberuflichen Studiengängen als auch nebenberuflichen Kursen für qualifizierte IHK-Abschlüsse etwa als Servicekaufmann. Die Airline biete ihren Mitarbeitern aber auch mehr generalistische Angebote im Rahmen eines Programms »Zwei Mal sieben Schlüsselqualifikationen«, in dem zum Beispiel Zeitmanagement, Problemlösung, Kommunikation und persönlicher Auftritt gelehrt würden. Er bezeichnete es als wichtig, auch in schwierigen Zeiten und antizyklisch die Weiterqualifikation des Personals zu verbessern. »Wir wollen ja wieder durchstarten.«


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker