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Gesundheitsreform: Im Notfall dauert es ein bißchen länger

Bayerische Notärzte haben ihre Kritik an der Gesundheitsreform konkretisiert. Die Notfallmediziner befürchten, dass die Reform zu Lasten der Patienten gehen wird. Diesen könne im Notfall nicht so zügig geholfen werden, wie vielleicht nötig.

Durch die Reformen im Gesundheitswesen können nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte (agbn) die Rettungsdienste künftig nicht mehr so schnell wie bisher beim Patienten sein. Die geplante Senkung der Vergütung der Fahrtkosten um drei Prozent werde zu Lasten der Patienten gehen, kritisierte die agbn. Schon jetzt würden nicht alle anfallenden Kosten des Rettungsdienstes bezahlt.

Um den Notarztdienst trotz der Einsparungen in bewährter Weise zu finanzieren, müssten möglicherweise Standorte von Rettungswagen gestrichen und Personal abgebaut werden. "Dadurch dauert es aber länger, bis der Notarzt dann beim Patienten ist", sagte agbn-Vorstandschef Peter Sefrin. Denkbar sei, die Patienten an den Kosten zu beteiligen, um den Rettungsdienst wie bisher aufrecht zu erhalten. 5 bis 18 Euro pro Einsatz könnten dann fällig werden.

Beckstein befürchtet Qualitästeinbußen

Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) hatte sich ebenfalls gegen die Einsparungen ausgesprochen und vor Leistungseinschränkungen und damit Qualitätseinbußen gewarnt. Dies sei nicht akzeptabel, da die Menschen in Notfallsituationen auf schnelle Hilfe angewiesen seien. Die rettungsdienstliche Versorgung der Bevölkerung müsse sichergestellt bleiben.

Bei der agbn sind rund 3000 Notärzte und an der Notfallmedizin interessierte Ärzte organisiert. Die Notärzte befürworten eine Bundesratsinitiative der bayerischen Staatsregierung, die Leistungen des Notarzt- und Rettungsdienstes neu zu ordnen, um das derzeitige Leistungsniveau abzusichern.

DPA / DPA