Gründung Frauen sehen sich bei Firmengründungen im Nachteil


Der Verband deutscher Unternehmerinnen fordert eine bessere Frauenförderung. So sollten bestehende Programme zur Existenzgründung geändert und die Kinderbetreuung verbessert werden.

Der Verband deutscher Unternehmerinnen (VDU) hat die Politik zu einer besseren Frauenförderung aufgefordert. So sollten die bestehenden Förderprogramme für Unternehmensgründungen geändert werden, um sich besser den Bedürfnissen von Frauen anzupassen, sagte VDU-Präsidentin Inge Sandstedt in Leipzig anlässlich der Jahresversammlung des Verbandes. Außerdem müsse die Kinderbetreuung in Schulen und Kindertagesstätten ausgebaut werden, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen zu verbessern.

Förderinstrumente auf Frauen zuschneiden

Die derzeitigen Förderprogramme seien zu sehr auf männliches Gründungsverhalten zugeschnitten, erläuterte Sandstedt. Sie konzentrierten sich auf große gewerbliche Gründungen mit hohem Investitionsvolumen. Frauen gründeten dagegen häufig Kleinstbetriebe im Bereich personenorientierter Dienstleistungen. "Dazu kommt, dass Teilzeit- und Nebenerwerbsgründungen bisher nur selten gefördert werden", sagte Sandstedt. Besonders Frauen machten sich jedoch vor einer Vollerwerbsgründung häufig schrittweise selbstständig. In diesem Bereich müssten neue Förderinstrumenten geschaffen werden.

Teilzeitanspruch und Scheinselbständigkeit

Wie die VDU-Präsidentin weiter ausführte, verlangt der Verband die Streichung des Gesetzes zur Scheinselbstständigkeit. "In unseren Augen gehört dies ebenso abgeschafft, ebenso wie der generelle Teilzeitanspruch", sagte Sandstedt. Kleine und mittelständische Arbeitgeber würden dadurch vor unlösbare Probleme gestellt. Die Nachteile, die das Gesetz mit sich bringe, träfen zu einem großen Teil Frauen, die die klassische Halbtagsklientel darstellten.

Chancengleichheit nur über entsprechende Rahmenbedingungen möglich

Gleiche Chancen für Frauen wird es nach Meinung des Verbandes nur über entsprechende Rahmenbedingungen geben, die eine durchgehende berufliche Tätigkeit von Frauen gewährleisten. Deshalb müssten unter anderem die Bedingungen für die Kinderbetreuung verbessert werden. "Wir werden es uns in Zeiten von Fachkräftemangel und geburtenschwacher Jahrgänge nicht mehr leisten können, dass Frauen nach der Geburt ihrer Kinder zu Hause bleiben müssen", äußerte die VDU-Präsidentin. Deshalb müssten die Öffnungszeiten von Kindergärten und Schulen den Arbeitszeiten entgegenkommen.

Der Verband hat nach eigenen Angaben derzeit an die 1.500 Mitglieder, die einen Umsatz von 37 Milliarden Euro erwirtschaften und über 300.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. Insgesamt gibt es nach Verbandsangaben in Deutschland heute über eine Million Unternehmerinnen. Gemessen an der Gesamtzahl der Selbstständigen mit 3,6 Millionen seien dies etwa 28 Prozent.


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