Ich-AG Sackgasse oder Chance?


Zwar endet für viele Ich-AGs der Weg in der Arbeitslosigkeit, ein Drittel der Abbrecher findet jedoch anschließend einen festen Arbeitsplatz.

Das Scheitern einer Ich-AG ist nach einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung nicht zwangsläufig mit neuer Arbeitslosigkeit verbunden. Wie die Nürnberger Arbeitsmarktexperten am Mittwoch mitteilten, sind seit Einführung der neuen Förderung vor zwei Jahren 18 Prozent der 268.000 Gründungen wieder aufgegeben worden.

Der Untersuchung des IAB zufolge wechselten jedoch genau ein Drittel der 48.000 Ich-AG-Abbrecher in sozialversicherungspflichtige Jobs; 4,5 Prozent machten sich außerhalb der Förderung selbstständig.

Hauptursache für das Scheitern: schlechtes Marketing und zu geringes Kapital

Für knapp 54 Prozent der Abbrecher endete die Existenzgründung jedoch in neuer Arbeitslosigkeit. Der Rest der Abbrecher meldete sich anderweitig ab, etwa in Fortbildungsmaßnahmen oder Mutterschutz. Die Studie ergab auch, dass ein Drittel der gescheiterten Ich-AG-Gründer verschuldet aus ihren Projekten herausgingen. In einem Viertel der Fälle würden die Verpflichtungen über 5000 Euro betragen. Doch auch kleinere Beträge könnten angesichts der schwierigen Situation der Abbrecher zu einer großen Belastung werden, betonte Studienautor Frank Wießner.

Hauptursachen für das Scheitern der Ich-AGs sind der Studie zufolge schlechtes Marketing und zu geringes Grundkapital. Das Gewinnen von Kunden und der Zugang zu den Märkten seien ebenso große Hürden für die Gründer, wie geringe Chancen auf Fremdkapital. Wießner betonte, angesichts der kurzen Zeit, die es das Modell Ich-AG gebe, lasse sich der Erfolg oder Misserfolg des Förderinstruments insgesamt "heute noch nicht seriös beurteilen".

"Die Ich-AG ist ein erfolgreiches Modell"

Er empfiehlt jedoch eine striktere Kontrolle des Förderzugangs, die sowohl die Gründer vor Schaden bewahren, als auch Missbrauch verhindern könne. Wichtig seien sorgfältig ausgearbeitete Business-Pläne und bessere Beratung der Gründer.

Die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Bundestag, Thea Dückert, betonte dagegen, nach den IAB-Zahlen seien 82 Prozent der Ich-AGs nach einem Jahr erfolgreich. "Die Ich-AG ist ein erfolgreiches Modell. Sie erleichtert Unternehmensgründungen und macht Erwerbslosen Mut zum Aufbruch", sagte die Grünen-Politikerin.

AP/DPA AP DPA

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