HOME

Frauen und Karriere: Sie wollen mehr Geld? Diese drei Punkte sollte Frau beachten

Frauen verdienen im Schnitt immer noch deutlich weniger als Männer. Woran liegt das - und was kann Frau dagegen tun? Drei grundlegende Lösungsmöglichkeiten.

Ein Gastbeitrag von Martina Lackner

Businessfrau

Frau Müller arbeitet seit Jahren als ausgebildete Krankenschwester im städtischen Krankenhaus. Hätte sie die vielen Nachtzuschläge und ihren Mann nicht, würde ihr Einkommen für Essen, Kleidung und Miete draufgehen. Aber sie kann sich glücklich schätzen, da ihr Mann Gutverdiener ist - er arbeitet als Controller bei einer großen Bank.

So bemerkt Frau Müller gar nicht, dass ihr eigenes Einkommen kaum zum Leben reicht. Den Gehaltsunterschied erlebt sie in dieser Situation nicht als dramatisch. Schließlich macht ihr der sehr viel Freude. Also kein Grund zum Aufregen - oder doch?

Martina Lackner : Psychologin, Buchautorin und Inhaberin der PR Agentur cross m.

Martina Lackner ist Psychologin, Buchautorin und Inhaberin der PR Agentur cross m. Gemeinsam mit Top-Managerinnen hat sie das Buch "21 Erfolgsfrauen - 21 Karriereformeln" geschrieben. Die Führungsfrauen geben sehr individuelle Einblicke, wie sie es an die Spitze geschafft haben - inklusive Stolpersteinen und verborgenen Machtzentralen der Wirtschaft

Wie kommt es zu solch dramatischen Gehaltsunterschieden zwischen Geschlechtern?

Frauen wählen häufig Berufe, die in wenig imageträchtig sind. Dies sind vor allem Tätigkeiten, die sich mit Pflege und/oder Erziehung von Kindern, Kranken oder Alten beschäftigen. Der Dienst an Menschen hat keinen Status und keine Lobby und wird daher weniger gut bezahlt, weniger gut sogar als ein Fließbandarbeiter am Band in der Autoindustrie.

Frauen wählen diese Berufe, weil sie seit Generationen dazu auserkoren wurden, sich um die nächsten Angehörigen zu kümmern. Es liegt vielfach an der Rollenzuschreibung, dass Frauen Jobs wählen, in denen sie den Nächsten dienen.

Frauen präferieren aus dieser Hintergrund heraus immer noch Teilzeitjobs - um sich auch weiterhin um Familie und Angehörige zu kümmern. Daraus und aus der Tatsache von Elternzeit, ergibt sich folgerichtig, dass sie Gehaltseinbußen hinnehmen, was sich später auch auf die Rente auswirken wird.

Last but not least: Frauen wollen sich in Jobs wohlfühlen. Gehaltsverhandlungen mit Chefs liegen ihnen nicht besonders. Wenn der Jobinhalt stimmt, das Betriebsklima angenehm und die Kollegen nett sind, verzichtet Frau auch gerne auf Geld. Schließlich überwiegt die Emotion und nicht das Geld.

Im männlichen Rollenbild hingegen ist traditionell nicht verankert, dass der Mann für die Pflege von Angehörigen und Aufzucht der Kinder verantwortlich ist. Insofern ist für die Beziehungspflege als Jobinhalt kein erstrebenswertes Ziel, er wird alles dafür tun, um seinen Status auch auf der materiellen Ebene zu festigen - mit einem schicken Dienstwagen oder einem dicken Gehaltszettel.

Lösungsmöglichkeiten: Das können Frauen tun

1.      Überlegen Sie sich, ob Sie einen Job anstreben, der Ihrem Streben nach Fürsorge für andere entgegenkommt, oder der Ihnen Geld und Status bringt. Letzteres werden Sie in Sozialberufen nicht finden.

2.      Teilzeitstellen sind nur eine vorübergehende Lösung, solange Ihre Kinder sehr klein sind. Kinder werden größer und können jederzeit in vielfältigen Betreuungseinrichtungen gut untergebracht werden. Sehen Sie auch die Chancen von solchen Angeboten: von der individuellen Förderung bis zu einem enormen Wissens- und Kompetenzerwerb.

3.      Scheuen Sie sich nicht vor Gehaltsverhandlungen. Handeln Sie nach dem Motto: Wer nicht fordert, der bekommt auch nicht! Ängste vor Gehaltsverhandlungen haben selten einen realistischen Anteil. Ihre männlichen Kollegen sind im Schnitt vermutlich nicht besser als Sie. Sie sind nur etwas selbstbewusster! 

Mitarbeit:kg

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren