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Job-Zufriedenheit: 70 Prozent der Deutschen machen "Dienst nach Vorschrift"

Nur 12 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland sind einer Umfrage zufolge engagiert bei der Arbeit und zufrieden mit ihrem Job. Dagegen machen 70 Prozent der Deutschen nur "Dienst nach Vorschrift".

Nur 12 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland sind einer Umfrage zufolge engagiert bei der Arbeit und zufrieden mit ihrem Job. Dagegen machen 70 Prozent der Deutschen nur "Dienst nach Vorschrift", 18 Prozent haben bereits innerlich gekündigt. Das ist das Ergebnis einer der dpa vorliegenden repräsentativen Studie der Unternehmensberatungsgesellschaft Gallup mbH (Potsdam).

Schaden in Höhe des Bundeshaushalts

Durch fehlendes Engagement am Arbeitsplatz - etwa in Form hoher Fehlzeiten und niedriger Produktivität - entsteht Deutschland nach Berechnungen von Gallup ein jährlicher gesamtwirtschaftlicher Schaden von 247 bis 260 Milliarden Euro. Das entspricht in etwa dem Bundeshaushalt für 2004 (257,3 Mrd Euro), der Ende November vom Bundestag verabschiedet wurde.

Hohe emotionale Bindung in Nordamerika

Im Jahr 2002 hatte der Anteil der Engagierten noch bei 15 Prozent gelegen. "Der Abwärtstrend erklärt sich auch durch die allgemeine Wirtschaftslage", sagte der Geschäftsführer von Gallup Deutschland, Gerald Wood. In den USA gaben 30 Prozent der Arbeitnehmer an, eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Job zu haben. In der Spitzengruppe folgen Kanada (24 Prozent), Israel (20), Australien (18) und Großbritannien (17). Hinter Deutschland rangieren Japan (9 Prozent), Frankreich (6) und Singapur (4).

Süddeutsche motivierter als Norddeutsche

Innerhalb Deutschlands seien Arbeitnehmer im Süden tendenziell motivierter als im Rest des Landes. In Bayern und Baden-Württemberg empfinden der Umfrage zufolge 14 Prozent der Mitarbeiter ihre Arbeit als befriedigend. In der Mitte und im Norden Deutschlands liegt der Anteil bei 12 Prozent, in den ostdeutschen Bundesländern durchgängig bei 10 Prozent. "Führungskräfte im Süden sind möglicherweise geübter, ihre Mitarbeiter zu motivieren", sagte Wood.

Frustfaktor Nummer 1: schlechtes Management

Insgesamt nennt Gallup schlechtes Management als wichtigsten Grund für den Frust vieler Mitarbeiter. "Der Dialog zwischen Unternehmensführung und Arbeitskräften ist in Deutschland schlechter als etwa in den USA", sagte Wood. Langwierige Einstellungsverfahren und zu wenig Beförderungen seien weitere Ursachen für mangelnde Motivation.

In Deutschland befragte Gallup im Juni und Juli 2003 insgesamt 2001 mindestens 18 Jahre alte Frauen und Männer. Gallup mit Hauptsitz in Washington hat weltweit 56 Niederlassungen.

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DPA
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