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Arbeitsmarkt: Erwerbstätige arbeiteten 2003 erstmals wieder länger

Erstmals seit 1992 ist in Deutschland im vergangenen Jahr wieder länger gearbeitet worden. Jeder Erwerbstätige ging durchschnittlich 1.445 Stunden seinem Beruf nach - zwei Stunden mehr als 2002.

Erstmals seit 1992 ist in Deutschland im vergangenen Jahr wieder länger gearbeitet worden. Jeder Erwerbstätige ging 2003 durchschnittlich 1.445 Stunden seinem Beruf nach, das waren zwei Stunden mehr als im Jahr zuvor. Das berichtete das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden. Grund für das Mehr in allen Wirtschaftssektoren sei neben der gestiegenen Nebenerwerbstätigkeit auch die Angst um den Arbeitsplatz. "Die Deutschen feierten 2003 seltener krank, um nicht im Job zu fehlen", sagte eine Statistikerin.

Am stärksten war der Rückgang im Jahr 2000

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums lag im Jahr 2003 der Krankenstand in der Bundesrepublik auf dem niedrigsten Niveau seit Einführung der Lohnfortzahlung im Jahr 1970. Die durchschnittliche Fehlzeit ging im Vergleich zu 2002 um zehn Prozent zurück und betrug im Durchschnitt nur noch neun Tage. Zudem sei seit der Neuregelung der geringfügigen Beschäftigung im April 2003 die Zahl der Mini-Jobs und der Teilzeit-Beschäftigten stark angestiegen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Neben ihrem Erstberuf seien immer mehr Arbeitnehmer in einem Zweitberuf aktiv.

Der Trend der 90er Jahre zu immer kürzeren Arbeitszeiten ist laut Statistik jetzt gestoppt. 1992 arbeitete jeder Berufstätige in Deutschland noch 1.557 Stunden im Jahr. Seitdem sank die Zahl kontinuierlich auf 1.443 Stunden im Jahr 2002. Am stärksten war der Rückgang der durchschnittlichen Arbeitszeit 2000 mit minus 1,1 Prozent gewesen.

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