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Studie zur Jobsuche No Bullshit: Was Bewerber in Stellenanzeigen wirklich interessiert

Job
"Spannende Aufgaben und gute Karrierechancen in einem dynamischen Team." Really?
© Getty Images
In Stellenanzeigen wimmelt es oft von nichtssagenden Floskeln. Eine Studie zeigt, was wirklich drinstehen muss, damit sich auch jemand bewirbt.

Mit klassischen Stellenanzeigen lässt sich gut Bullshit-Bingo spielen. Gefragt sind meist allgemeine Tugenden wie hohe Einsatzbereitschaft, Flexibilität und Teamfähigkeit. Geboten werden spannende Aufgaben und gute Karrierechancen in einem dynamischen Team. Was das konkret bedeutet? Tja.

Das Phrasenkarussell der Personaler lässt viele Bewerber ratlos zurück. Unternehmen, die in Zeiten knapper Fachkräfte Mitarbeiter gewinnen wollen, sollten sich daher lieber etwas mehr Mühe geben. Der Recruitingsoftware-Entwickler Softgarden hat untersucht, was Bewerber wirklich von einer Stellenanzeige erwarten – und welche Faktoren die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sie sich daraufhin bewerben.

Für die Studie, die dem stern vorliegt, befragte Softgarden 6720 Menschen, die sich kürzlich auf eine neue Stelle beworben haben. In der Prioritätenliste der Bewerber ganz oben: Angaben zu den an sie gestellten Anforderungen sowie konkrete Einblicke in die Aufgabe und den Joballtag. "Das sollte aber nicht als Einladung an Arbeitgeber missverstanden werden, hier umfangreiche Wunschlisten abzubilden", warnen die Studienautoren. "Die Anforderungen sollten überschaubar sowie in sich konsistent sein und sich zudem konkret auf die Arbeitsinhalte beziehen." Mit anderen Worten: Keine überzogenen Anforderungen, Phrasen vermeiden - stattdessen möglichst verständlich beschreiben, was man können und tun muss.

Mehr Gehaltstransparenz bitte

Ein weiterer wichtiger Faktor ist ein transparenter Umgang mit dem Thema Gehalt. Wenn dieses überhaupt in Job-Annoncen thematisiert wird, dann oft verpackt in Formulierungen wie "branchenübliche Bezahlung" oder "attraktives Gehalt". Das erscheint vielen Bewerbern offenbar nicht mehr zeitgemäß: So zählt jeder vierte Befragte "konkrete Informationen zum Gehalt" zu den wichtigsten Angaben in einer Stellenanzeige.

Mit offenen Karten zu spielen, kann sich für Unternehmen durchaus lohnen. Denn: Softgarden zeigt, dass eine Gehaltsangabe zu den wichtigsten Faktoren zählt, damit eine Stellenanzeige überhaupt angeschaut wird. Vor die Wahl gestellt, klickten drei von vier Studienteilnehmern die Online-Stellenanzeige mit Gehaltsangabe an, nur jeder Vierte die ohne Angabe zum Gehalt.

Noch größer war der Effekt, wenn in der Stellenanzeige auf positive Arbeitgeberbewertungen auf einschlägigen Plattformen verwiesen wurde. Auf Stellenanzeigen mit Bewertung klickten mehr als 80 Prozent der Teilnehmer, nur knapp 20 Prozent entschieden sich für die Anzeige ohne Bewertung. Dabei haben Unternehmen es gar nicht nötig, mit einer möglicherweise verdächtig guten Bewertung zu prahlen. Eine solide Bewertung von 3,8 von 5 Punkten reichte in dem Experiment aus, um die potenziellen Bewerber auf die Stellenanzeige zu locken.


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