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Lehrerstudien: Kevin ist nicht das größte Problem

Der falsche Vorname führt zu schlechteren Noten, sagt eine Studie. Aber: Viel bedenklicher sei, dass Lehrer überhaupt nicht objektiv benoten. Auch die Noten selbst stehen am Pranger.

Von Sebastian Kemnitzer

Astrid Kaiser, Professorin an der Universität Oldenburg, sorgt mit ihrer Forschung immer wieder für Aufsehen. Im vergangenen Jahr wies sie nach, dass viele Grundschullehrer Jungen mit dem Namen Kevin als verhaltensauffällig einstufen. Leichter hätte es Kevin, wenn er Lukas oder Alexander heißen würde.

Jetzt legte Kaiser mit einer neuen Studie nach. Kleine Kevins, Marvins oder Cedrics bekommen auch schlechtere Noten als andere, wies eine Absolventin in einer Studie nach, die 228 von Lehrern ausgefüllte Fragebögen ausgewertet hat. "Allerdings sind die Zusammenhänge viel schwächer als erwartet", so Kaiser gegenüber stern.de. "Wir haben gedacht, dass die negativen Jungennamen noch schlechter abschneiden." Bei Mädchennamen haben Mandys, Chantals und Celinas, sogar mit einer besseren Benotung abgeschnitten.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, hält die ganze Geschichte für ein Sommerlochthema. "Ich sehe da keinen Zusammenhang", sagt er stern.de. "Für mich hat das Ganze mit dem familiären Hintergrund zu tun. Leider stammen Kevins oft aus sozial schwachen Schichten." Auch die Schüler glauben nicht an einen Zusammenhang. "Ich habe noch nie erlebt, dass Lehrer schlechtere Noten geben, wenn jemand einen bestimmten Namen hat", sagt Maraike Lohse, Mitglied des Landesschülerrats Mecklenburg-Vorpommern.

Dramatische Unterschiede bei gleichen Antworten

Viel mehr Sorgen bereitet der Astrid Kaiser ein anderes Ergebnis der Untersuchung. "Ich finde es dramatisch, dass Lehrer für die gleiche Antwort mal einen Punkt, mal neun Punkte vergeben", sagt Kaiser. Zahlreiche Studien würden seit Jahren belegen, dass es keine objektiven Noten gibt.

Kaiser nennt mögliche Auswege aus dem Dilemma: "Es wäre denkbar, dass Lehrer namenlose Arbeiten bewerten oder Klausuren mit Kollegen tauschen." Noch sinnvoller wäre es nach Meinung der Expertin, über andere Bewertungsformen, also Portfolios, Selbstevaluationen und Entwicklungsberichte nachzudenken.

Noten machen anscheinend wenig Sinn

Kaiser stellt also Noten in Frage. Sehr gut, befriedigend, ungenügend - das alles kann in wenigen Jahren schon Geschichte sein. Unterstützung erhält Kaiser vom Verband Erziehung und Wissenschaft. "Wir halten die Notengebung vorsichtig formuliert für relativ unsinnig", sagt der Sprecher Ulf Rödde stern.de. Vor allem die Kinder würden wenig damit anfangen können. "Lernentwicklungsberichte machen viel eher Sinn", sagt er. "Da können Kinder und Eltern nachvollziehen, wo super gearbeitet wurde und wo noch Lücken sind."

Von einem Klausurentausch unter Lehrern hält Rödde wenig. "Gute Lehrer konzipieren einen auf die Klasse zugeschnittenen Unterricht." Die Arbeiten könne dann auch nur der Einzelne beurteilen, am besten mit einem individuellen Feedback danach.

Schüler können sich Schule ohne Noten nicht vorstellen

Bei den Experten liegt die Schulzeit oft schon länger zurück. Der 17-jährige Markus Durst besucht ein Gymnasium im bayerischen Bad Kissingen und engagiert sich bei der Landesschülervereinigung. "Ein individuelles Feedback würde alle mehr motivieren" ist sich der Schülervertreter sicher. Ab der Kollegstufe würden dann Empfehlungsschreiben Sinn machen. "Allerdings können sich viele bei uns eine Schule ohne Noten gar nicht vorstellen", sagt Durst.

Und die Lehrer? "Einige finden unsere Vorschläge nachvollziehbar", berichtet der Schüler. "Andere fragen, wo denn da die Leistungsbewertung bleibt." Eine klare Position bezieht der Lehrervertreter Kraus: "Ich halte nichts von Wischi-Waschi-Gutachten", sagt er. Seit Jahrzehnten gebe es die Diskussion, allerdings sehe er keine vernünftige Alternative. "Noten wahren ein hohes Maß an Objektivität", sagt Kraus. "Wir können unsere Kinder nicht 20 Jahre in einen Elfenbeinturm stecken."

Professorin Kaiser bemängelt die mangelnde Kritikbereitschaft der Lehrer. "Unsere Studien sorgen immer wieder für massiven Ärger und ziehen etliche böse Briefe nach sich" berichtet sie. Nachvollziehbar sei das ja schon: "Kein Mensch lässt sich gerne Fehler nachweisen."

Von Sebastian Kemnitzer
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(