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Markus Koch: Das New Yorker Erfolgsrezept vom BörsenKoch

Markus Koch, 29, Leiter der Presseagentur für Finanzberichterstattung "Wall Street Correspondents".

Markus Koch, 29, Leiter der Presseagentur für Finanzberichterstattung »Wall Street Correspondents«

Wer mit 16 Jahren bereits an der Börse spekuliert und mit 18 als gerade Volljähriger schon seine ersten 100.000 Mark Schulden gemacht hat, ist für eine Karriere im Finanzbereich wie gemacht. Was hier wie die bittere Ironie des Schicksals anmutet, ist keineswegs zufällig, sondern der bewusst gewählte Lebensweg des Markus Koch, »unseres BörsenKochs«.

Direkt in die Finanzstadt der Welt

Seine Banklehre hat Koch schon nach einem halben Jahr wieder geschmissen. Danach jobbte er bei einem amerikanischen Brokerhouse und bestand dort erfolgreich die Broker-Prüfung. Auf Anraten von Freunden - und auch mit deren finanziellem Wohlwollen - ging es 1992 direkt ins Geschehen, in die Finanzstadt der Welt: nach New York.

Das erste Büro zur Untermiete

Seine erste Bleibe bezog Koch im berüchtigten Harlem, dann folgten wilde Umzugsorgien quer durch die Stadt. Durch ein Praktikum bei einem deutschen Fondsmanager in NYC geriet Koch an die Investmentbank Bear Stearns, wo er als Assistent Broker zwei Jahre lang das Finanz- und Börsengeschäft kennen lernte. Parallel zu dieser Arbeit belieferte Markus Koch bereits einige deutsche Redaktionen mit den aktuellsten Börsenberichten aus New York. Damit war der Schritt, sich mit einer Presseagentur für Finanzberichterstattung selbständig zu machen, nicht mehr wirklich lang. Er realisierte das Projekt in einem von Freunden untervermieteten Büro an der 57. Street gemeinsam mit einem Kollegen von Bear Stearns, der sich jedoch drei Jahre später aus dem Geschäft zurückzog.

Das Geschäft läuft gut

Heute leitet Koch zusammen mit einem neuen Partner ein elegantes Büro mit elf Angestellten in bester Lage und direkter Nähe zu dem Tummelplatz der Finanzwelt: der New York Stock Exchange. 25prozentiger Anteilseigner ist das Handelsblatt. Die »Wall Street Correspondents«, so der Erfolg versprechende Name, verkauft brandaktuelle Börsennews aus erster Hand an Nachrichtenredaktionen, beispielsweise an die Sender ntv und Klassikradio. Sein anfängliches Pressevisum (für fünf Jahre mit der Option der Verlängerung) hat Markus Koch inzwischen gegen ein Arbeitsvisum für seine eigene Firma getauscht. Koch zeigt sich zufrieden, das Geschäft laufe seit drei bis vier Jahren gut, auf seinem Gebiet gäbe es keine Konkurrenz. Außerdem ist jüngst sein Buch »Erfolgsrezepte vom BörsenKoch« (FinanzBuch Verlag) erschienen, welches sich äußerst gut verkaufe.

Durchhaltevermögen und Kontinuität

Gibt es denn nun ein paar Auszüge aus dem Erfolgsrezept des BörsenKochs für uns? »Das Leben ist sowieso 80 Prozent Glück, 10 Prozent Wissen und weitere 10 Prozent harte Arbeit«, zitiert der Koch einen alten Bekannten und grinst: »Klar gehört ganz bestimmt ein gutes Durchhaltevermögen dazu. Du musst in der Lage sein, dich in eine Idee reinbeißen zu können und Kontinuität zu zeigen.«

Der Amerika-Mythos wird überbewertet

An den Amis schätzt Koch besonders ihre Fähigkeit, über sich selbst zu lachen und nicht alles so fürchterlich ernst zu nehmen. Die amerikanische Oberflächlichkeit gestaltet hier das Leben wesentlich leichter. »Ganz besonders fasziniert das gegenseitige Geben und Nehmen zwischen Erfahrung und Jugend. Hier herrscht ein unglaublicher Respekt auf beiden Seiten.« Im Allgemeinen hält Markus Koch jedoch den Amerika-Mythos für überbewertet: »...Schließlich handelt es sich hier um ein Land, in dem noch nicht einmal ein anständig funktionierendes Überweisungssystem der Banken existiert.«

Birte Wohlenberg

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