Nebentätigkeit bei Arbeitslosigkeit Das dürfen Sie dazu verdienen


Was dürfen Sie als Bezieher von Arbeitslosengeld bei einer Nebentätigkeit verdienen, ohne Abzüge hinnehmen zu müssen? Hier erklären wir, wo die Grenzen liegen - und womit Sie rechnen müssen, wenn Sie diese überschreiten.

Müssen Sie die Nebentätigkeit melden?

Wer arbeitslos ist, ist nicht zum Nichtstun verdammt. Mit Nebentätigkeiten lässt sich das Arbeitslosengeld I aufbessern. Aber: Jede Nebentätigkeit muss der Agentur für Arbeit gemeldet werden.

Wie lange und wie oft darf ich arbeiten?

Mehr als 15 Stunden pro Woche dürfen Sie nicht arbeiten, egal ob selbständig auf eigene Rechnung oder in einem Aushilfsjob. Wer mehr als 15 Stunden arbeitet, gilt nach den gesetzlichen Vorschriften nicht mehr als arbeitslos. Hintergrund: Die meiste Zeit des Tages wird dann nämlich nicht mehr für die aktive Jobsuche, sondern für eine berufliche Tätigkeit verwendet. Um Missverständnisse und Rückfragen durch die Agentur für Arbeit zu vermeiden, sollten Sie sich vom Arbeitgeber Ihres Nebenjobs bestätigen lassen, wie viele Stunden pro Woche Sie arbeiten.

Was passiert, wenn Sie mehr als 15 Stunden pro Woche arbeiten?

Wer mehr als 15 Stunden pro Woche einer Berufstätigkeit nachgeht, erfüllt nicht mehr die Kriterien für Arbeitslose. Die Agentur für Arbeit zahlt in solchen Fällen kein Arbeitslosengeld. Für den Arbeitslosen hat das Folgen, da er für die selbe Zeitspanne auch die bereits von der Arbeitsagentur geleisteten Beiträge zur gesetzliche Sozialversicherung zurückerstatten muss, da in diesem Zeitraum wegen fehlender Arbeitslosigkeit auch kein Anspruch auf staatliche Unterstützung bestand.

Wie viel darf ich verdienen?

Nur 165 Euro Nebenverdienst monatlich sind "anrechnungsfrei" und dürfen ohne Abzüge behalten werden. Alles darüber hinaus gehende wird vom Arbeitslosengeld abgezogen.

Kann ich die Kosten für den Arbeitsweg zu meinem Nebenjob geltend machen?

Kosten für die Fahrten zum Arbeitsplatz und geeignete Arbeitskleidung können Sie bei der Agentur für Arbeit in Form von Belegen oder Quittungen einreichen. Sind die Aufwendungen begründet, werden Sie nicht vom Verdienst durch das Nebeneinkommen abgezogen sondern als Auslagen anerkannt.

Gibt es Ausnahmen?

Wer in den letzten 18 Monaten vor der Arbeitslosigkeit neben einer hauptberuflichen, versicherungspflichtigen Tätigkeit bereits einen Nebenjob hatte, der weniger als 15 Stunden pro Woche beanspruchte, darf seinen durchschnittlichen Verdienst der letzten zwölf Monate weiterhin anrechnungsfrei, also ohne Abzüge vom Arbeitslosengeld, behalten.


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