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Schülerjobs: Das erste Mal - jobben

Moped, Handy, Klamotten: das alles muss bezahlt werden. Und wenn die Eltern streiken bleibt Schülern häufig nichts anderes übrig, als jobben zu gehen.

Moped, Handy, Klamotten: das alles muss bezahlt werden. Und wenn die Eltern streiken bleibt Schülern häufig nichts anderes übrig, als jobben zu gehen. Experten schätzen, dass etwa ein Drittel aller Mittel- und Oberstufenschüler regelmäßig arbeitet. Allein die 13- bis 17-Jährigen verdienen dabei pro Jahr rund 1,5 Milliarden Euro. Aber was muss man beachten? Wer muss was an den Fiskus zahlen? Und wie lange darf ein Schüler arbeiten?

Allgemeines

Der Begriff "Job" bezeichnet befristete Beschäftigungen. Maximal dürfen drei Monate am Stück oder 50 Tage im Jahr gearbeitet werden. Auch die sogenannten Minijobs fallen unter diese Definition: man darf höchstens 15 Stunden pro Woche arbeiten, dafür sind die 400 Euro brutto gleich netto.

Auch geringfügige Beschäftigungen neben einem sozialversicherungspflichtigen Haupterwerb - ebenfalls nicht länger als 15 Stunden/Woche und 400 Euro/Monat - sind Jobs. Diese Regelungen gelten ebenfalls für Schüler und Studenten.

Altersgrenzen

In Deutschland soll das Jugendarbeitsschutzgesetz Kinder und Jugendliche vor nicht altersgemäßer Arbeit schützen. Dabei werden verschiedene Alterstufen unterschieden:

Bis 15 Jahre:

Schüler zwischen 13 und 14 Jahren dürfen leichte Aushilfstätigkeiten ausüben. Das Gesetz schreibt vor, dass Schüler maximal zwei Stunden am Tag – nach der Schulzeit aber vor 18 Uhr – einem Job nachgehen dürfen. Diese Aushilfstätigkeit dürfen sie maximal an fünf Tagen pro Woche ausüben. Das gilt auch während der Ferien. Zu den leichten Aushilfstätigkeiten zählen laut dem Kinderarbeitsschutz beispielsweise Babysitting, das Verteilen von Werbeprospekten in der Nachbarschaft, oder das Helfen auf dem Bauernhof der Familie sowie Arbeiten bei Film, Theater oder in der Werbung. Dann dürfen Schüler auch schon mal drei Stunden am Tag arbeiten. Generell müssen Eltern beziehungsweise die Erziehungsberechtigten dem Job zustimmen. Außerdem muss stets eine Schulbescheinigung vorliegen.

Ab 15 Jahre:

Wer noch keine 18 Jahre alt ist und noch zur Schule gehen muss, darf maximal vier Wochen pro Jahr – also 20 Arbeitstage – einen Ferienjob ausüben. Wer die Schule bereits beendet hat, darf bis zu acht Stunden täglich und insgesamt 40 Stunden pro Woche arbeiten. Grundsätzlich dürfen Ferienjobs nicht in der Nacht, also von 20.00 bis 6.00 Uhr, ausgeübt werden. Auch an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen dürfen Schüler nicht arbeiten. Allerdings gibt es für bestimmte Branchen Ausnahmen. Dazu zählen die Landwirtschaft, die Gastronomie, Krankenhäuser oder Altersheime, Kioske oder Familienbetriebe. Zwischen den Arbeitsphasen muss allerdings eine Pause von mindestens zwölf Stunden liegen. Zudem sind Akkordarbeit und andere tempoabhängige Arbeiten nicht erlaubt.

Kinder und Jugendliche dürfen aber entgegen der landläufigen Meinung nicht im Einzelhandel, in der Gastronomie oder auf dem Bau arbeiten.

Ab 16 Jahren:

Schüler ab 16 Jahren dürfen in Mehrschichtbetrieben zwischen fünf Uhr morgens und 23 Uhr arbeiten. In der Gastronomie gilt der Feierabend ab 22 Uhr. Neun Stunden am Tag sind in der Landwirtschaft erlaubt.

Ab 18 Jahren:

Ab 18 Jahren gilt der Arbeitsschutz der Erwachsenen und nicht mehr der Jugendarbeitsschutz. Insgesamt gilt für alle arbeitenden Schüler: Egal in welche gesetzliche Bestimmung sie fallen, bei allen Jobs darf die Schule nicht vernachlässigt und keine gefährlichen Arbeiten ausgeübt werden!

Unfallversicherung

Für jeden Unternehmer ist eine Unfallversicherung Pflicht. Somit sind nicht nur festangestellte Arbeitnehmer, sondern auch in den Ferien arbeitende Schüler im Falle eines Unfalls während der Arbeitszeit versichert.

Steuern und Abgaben

Bei den so genannten kurzfristigen Beschäftigungen müssen keine Sozialabgaben gezahlt werden. Dennoch werden Steuern über die Lohnsteuerkarte an den Fiskus abgeführt. Wer noch keine Lohnsteuerkarte hat, kann sich diese beim zuständigen Ordnungsamt oder bei der Einwohnermeldestelle besorgen. Als kurzfristige Beschäftigung gelten Jobs, die nicht länger als zwei Monate oder 50 Arbeitstage bei jeweils fünf Tagen in der Woche ausgeübt werden. Wer sich daran hält, muss auch keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, zur Krankenkasse, zur gesetzlichen Pflegekasse und zur Arbeitslosenversicherung leisten.

Wichtig ist, sich bei der Familienkasse zu erkundigen, wie viel Geld ein Schüler verdienen darf, damit Eltern das Kindergeld weiter beziehen können. Übersteigt das Einkommens des Schülers den Höchstsatz fordert das Amt das Geld bei den Eltern zurück. Ebenso wird bei der Kinderzulage der Riesterrente und der Eigenheimzulage verfahren. Im öffentlichen Dienst entfällt dann auch der Kinderteil des Ortszuschlags.

Job finden

Jobs für Schüler gibt es viele – wo aber finden? Eine gute Quelle sind schwarze Bretter in Supermärkten oder Schulen. Auch bei Stellenmärkten von Tageszeitungen können Schüler fündig werden. Einfacher ist es, im Internet danach zu suchen. Zum Beispiel auf www.schuelerjobs.de oder auf den Seiten des Arbeitsamtes unter www.arbeitsamt.de. Speziell für Nebenjobs gibt es die Seite www.nebenjobs.de, oder www.gelegenheitsjobs.de.

Katarina Rathert
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