HOME

Studie: Beschäftigte nutzen kaum flexible Arbeitszeiten

Flexible Arbeitszeitkonten werden nach Einschätzung von Sozialforschern von den meisten Beschäftigten nur wenig genutzt.

Flexible Arbeitszeitkonten werden nach Einschätzung von Sozialforschern von den Beschäftigten bislang nur wenig genutzt. Die Mehrheit der Beschäftigten halte weiterhin an geregelten Arbeitszeiten fest und konzentriere auch ihre Freizeit klassisch auf das Wochenende, geht aus einer am 17. Februar veröffentlichten Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) hervor.

Die Zeitkonten beruhten auf dem Prinzip, Mehrarbeit anzusparen, die später als Freizeit genommen werden kann. Für die Beschäftigten würden diese in Phasen starker Arbeitsbelastung aber zum Problem werden. "Der Alltag gerät dann unter einen enormen Organisations- und Gestaltungsdruck", erklärte Professor Eckart Hildebrandt. "Flexible Arbeitszeitmodelle führen weder automatisch zu höherer Zeitsouveränität noch zu höherer Lebensqualität", lautet das Fazit der Studie.

Knick in der Karriereleiter

Zudem bergen Arbeitszeitkonten nach Meinung der Forscher auch ein Karriererisiko. Wer geforderte Mehrarbeit ablehne, riskiere einen Knick in der Karriereleiter.

Für die Studie wurden zwischen 2001 und 2002 die Beschäftigten in bundesweit sechs Betrieben aller Branchen befragt, in denen verstärkt Arbeitszeitkonten angeboten werden. Die Forschungsarbeit wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Hannover und dem Sozialforschungsinstitut ISO Saarbrücken erstellt.

Themen in diesem Artikel