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Tarifrunde im Öffentlichen Dienst: Verdi fordert acht Prozent mehr Geld

Finanzkrise hin, Wirtschaftskrise her - Verdi und Beamtenbund fordern für die rund 800.000 Beschäftigten der Länder acht Prozent mehr Lohn und Gehalt. Gewerkschaftsboss Frank Bsirske hatte den öffentlichen Arbeitergebern zuvor eine harte Tarifrunde angekündigt.

Die Gewerkschaft Verdi und der Deutsche Beamtenbund gehen mit einer gemeinsamen Forderung nach acht Prozent mehr Lohn und Gehalt in die Tarifrunde für die 790.000 Beschäftigten der Länder. Das beschlossen am Dienstag die Gremien von Verdi und der Tarifunion des Deutschen Beamtenbundes (DBB) jeweils einstimmig in Berlin.

Es müsse mindestens einen Einkommensanstieg von 200 Euro geben, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske. Die Vergütung für Auszubildende solle um 120 Euro steigen. Außerdem müsse es eine Übernahmegarantie für Azubis geben. Der Tarifvertrag solle eine Laufzeit von 12 Monaten haben. Die Bundesländer hatten die schon teilweise bekanntgewordenen Forderungen als abwegig zurückgewiesen.

Bsirske hatte die öffentlichen Arbeitgeber zuletzt auf eine harte Tarifrunde eingestimmt und Abstriche wegen der Konjunkturkrise abgelehnt. Er hatte kritisiert, dass es selbst auf dem Höhepunkt des wirtschaftlichen Aufschwungs Reallohnverluste gegeben habe. 2008 waren die Einkommen der Landes-Beschäftigten um 2,9 Prozent erhöht worden.

Die aktuellen Forderungen orientieren sich am Abschluss für die Beschäftigten des Bundes. Im vergangenen März waren für die 1,2 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen für 2008 und 2009 Gehaltszuwächse von acht Prozent vereinbart worden.

DBB-Chef Peter Heesen sagte, es könne nicht sein, dass Milliarden-Schutzschirme für die Bankenwelt aufgespannt, die Beschäftigten im öffentlichen Dienst vom Staat aber im Regen stehen gelassen würden. "Deshalb passt die Forderung von acht Prozent auch in die Landschaft", sagte Heesen.

DPA/Reuters / DPA / Reuters