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Arbeitswelt Wie sinnvoll ist dein Job? Das sagen Fachkräfte verschiedener Branchen

Schreiner
Schreiner bei der Arbeit
© Getty Images
Die meisten nicht-akademischen Fachkräfte empfinden ihre Arbeit als sehr sinnvoll, zeigt eine Studie. Mit Diskussionen rund um das Thema "New Work" können sie dagegen wenig anfangen.

Die Corona-Krise hat "New Work"-Themen wie freiere, eigenständigere und zufriedenstellendere Arbeit befeuert. Viele Menschen wünschen sich auch nach der Pandemie mehr Home-Office und flexiblere Arbeitszeiten, wollen ihre Karriere- und Lebenspläne überdenken oder insgesamt beruflich kürzer treten. An der Job- und Lebenswirklichkeit von nicht-akademischen Fachkräften gehen all diese Diskussionen um die Zukunft der Arbeit laut einer Studie aber oftmals ziemlich vorbei.

Das Stellenportal meinestadt.de hat für seinen "Fachkräftereport 2021" 4200 Menschen mit Berufsausbildung befragt. Mit dem Thema "New Work" konnten dabei die wenigsten etwas anfangen: Acht von zehn Befragten kennen den Begriff nicht einmal. Die Diskussion sei eine exklusive Angelegenheit der Akademiker-Bubble, "die am Denken und an den Erfahrungen von Fachkräften mit Berufsausbildung vorbei geht", konstatiert der Report. 

Die Realität sieht für die Befragten dagegen so aus: Zwei Drittel von ihnen haben auch während der Corona-Pandemie keinen einzigen Tag im Home-Office gearbeitet. Sie mussten ihren Job weiter vor Ort ausführen und das häufig sogar bei höherer Belastung. Vier von zehn Befragten mussten in der Krise mehr arbeiten als zuvor, unter Pflegekräften gibt dies sogar eine deutliche Mehrheit an.

Nach mehr Freiheit und besserer Work-Life-Balance klingt das nicht. Ein Aspekt der "New Work"-Diskussion spielt aber auch für nicht-akademische Fachkräfte eine große Rolle: das Gefühl, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen. Neun von zehn Befragten ist es wichtig, eine sinnvolle Arbeit zu haben. Und die meisten Fachkräfte erleben ihren Job auch tatsächlich als sinnvoll. 

Pflege-Petition: Franziska Böhler

Pflegekräfte und Handwerker sind überzeugt

Am stärksten ausgeprägt ist das bei den Pflegekräften: 95 Prozent empfinden die Arbeit als sinnvoll, davon 83 Prozent als "sehr sinnvoll". Das lässt wohl auch viele weiter machen, obwohl die Arbeitsbedingungen oft nicht gut sind. Aber auch die Handwerker sind von ihrem Tun überzeugt: 90 Prozent halten ihre Arbeit für eher oder sehr sinnvoll. Bei Berufen im öffentlichen Sektor sind es 85 Prozent, im Handel und Einzelhandel 83 Prozent und im Bereich Logistik und Lager noch 82 Prozent.

Dass der Job für die meisten nicht nur schnöder Broterwerb ist, zeigen auch die Antworten auf die Frage, ob man denn noch weiter arbeiten würde, wenn morgen ein Lottogewinn von mehreren Millionen Euro vom Himmel fallen würde. Mehr als jeder und jede Zweite würde trotzdem weiter arbeiten, 30 Prozent verneinen dies, der Rest ist unentschlossen.

Vor die fiktive Wahl gestellt, lieber einen sicheren Job zu haben oder einen sinnvollen, entscheiden sich rund 70 Prozent der Befragten für Sicherheit und 30 Prozent für sinnstiftendes Tun. Arbeitgeber sollten daher im Werben um Fachkräfte neben Aspekten wie Jobsicherheit und Gehalt auch darauf zielen, Bewerber mit überzeugenden Geschichten und Beispielen vom Sinn der Tätigkeit zu überzeugen, heißt es in der Studie.


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