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Lebensmittel: Mit knackigen Kartoffelchips zum deutschen Marktführer

Vor 150 Jahren wurden die dünnen gewürzten Scheiben in den USA erfunden, in Deutschland werden sie seit 1962 geknabbert. Am liebsten in der klassichen Variante: 'Chipsfrisch ungarisch'.

Sie heißen «Lady Rosetta», «Saturna» oder «Tomensa» und unterscheiden sich wesentlich von anderen Speisekartoffeln. "Diese Sorten sind speziell für die Herstellung von Kartoffelchips geeignet, weil sie weniger Wasser und mehr Stärke enthalten", sagt Christopher Ferkinghoff, der deutsche Geschäftsführer der Firma Intersnack. Mit einem Anteil von 60 Prozent ist das Unternehmen aus Köln der Marktführer in Sachen Kartoffelchips in Deutschland. Vor 150 Jahren (24. August 1853) wurden die dünnen gewürzten Scheiben in den USA erfunden, in Deutschland werden sie seit 1962 geknabbert.

Chio-Chip war der erste deutsche Knabberspass

Die Idee dazu brachte die Unternehmerin Irmgard von Opel von einer USA-Reise mit und gründete in Frankenthal in der Pfalz das erste deutsche Kartoffelchips-Werk. "Der erste Kartoffelchip in Deutschland hieß Chio-Chip", sagt Ferkinghoff. 1968 stieg das Kölner Zuckerunternehmen Pfeifer & Langen mit der Marke "Chipsfrisch" in die Produktion der würzigen Scheiben ein. Vier Jahre später schlossen sich «Chipsfrisch» und die Snack-Abteilung des Münchner Knödelherstellers Pfanni zum neuen Unternehmen «funny-frisch» zusammen. Auch «Chio» aus Frankenthal sowie der Knabberartikelhersteller «Wolf Bergstraße» aus Darmstadt stießen hinzu, bis 1995 das Kölner Unternehmen Intersnack geformt war.

Geknabbert wird immer

"Wir haben in 22 europäischen Staaten Niederlassungen oder eigene Werke und liefern unsere Produkte in insgesamt 70 Länder", sagt Ferkinghoff. Weltweit erzielte das Unternehmen mit insgesamt 4.000 Beschäftigten einen Umsatz von einer Milliarde Euro. "Wir schreiben schwarze Zahlen", sagt der deutsche Geschäftsführer von Intersnack, dessen größter Gesellschafter das Kölner Unternehmen Pfeifer & Langen ist. Neben Chips hat Intersnack auch andere Knabberartikel wie Flips oder Salzgebäck im Angebot.

Der Klassiker: 'Chipsfrisch ungarisch'

Insgesamt werden heute 16 verschiedene Produktsorten der Marken «funny-frisch», «Chio» und «Wolf Bergstraße» in vier Intersnack-Werken hergestellt. Aber es gibt ein eindeutiges Zugpferd: "Das wichtigste Produkt in unserer Palette sind die Kartoffelchips 'Chipsfrisch ungarisch' - halt der Klassiker in Deutschland". Allein 130 Tonnen Paprikapulver werden in Deutschland pro Jahr bei Intersnack für das Würzen von Chips benötigt. Aber nicht nur das rote Gewürz landet auf den hauchdünnen Scheiben.

Geschmack ist Ländersache

"In Frankreich beispielsweise werden Chips mit Senfgeschmack bevorzugt, in Österreich sind es eher gesalzene Produkte", sagt Ferkinghoff. Um den wechselnden Trend auf der Spur zu bleiben, gibt es bei Intersnack eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung mit 15 Beschäftigten. "Die sind immer auf der Suche nach neuen Geschmacksrichtungen." Derzeit gibt es in Deutschland beispielsweise eine Chips-Variante mit italienischen Kräutern, oder Erdnussflips in der Geschmacksrichtung Tai süß-scharf.

Viel Fett = viele Kalorien

Allerdings sollten Verbraucher nicht unentwegt zur Kartoffelchips-Tüte greifen: "Kartoffelchips liefern viel Fett und sind damit sehr kalorienreich", sagt Ernährungsexpertin Sabine Klein von der Verbraucherzentrale in Düsseldorf. Zwar sei Ernährung auch Genuss und Chips in Maßen seien nicht problematisch. Man solle aber schauen, wo man in anderen Bereichen wieder Fett einsparen könne.