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NDR Markt: Die "Fressformel" - warum Kartoffelchips süchtig machen

Erst einen Chip, dann zwei - und schließlich die ganze Tüte: Kartoffelchips haben einen riesigen Suchtfaktor. Woran liegt das? Das Verbrauchermagazin "NDR Markt" lüftet die Geheimnisse der Lebensmittelkonzerne.

Eine Tüte mit Kartoffelchips

Kartoffelchips: lecker - aber leider ungesund

Getty Images

Die Tüte raschelt, die Finger glänzen, und dann kracht es so schön zwischen den Zähnen: Chips zu essen ist ein durch und durch sinnliches Erlebnis. Ein Griff in die Tüte artet schnell in eine wahre Fressorgie aus. Ehe man sich versieht, ist die Packung leer gefuttert. Was bleibt, ist das schlechte Gewissen. Und die Frage: Warum in aller Welt machen die knusprigen Kartoffelscheiben so süchtig? Dieser und weiteren Fragen ist die Verbrauchersendung "NDR Markt" nachgegangen.

Was auffällt: Chips-Hersteller werfen derzeit verstärkt neue, exotische Sorten auf den Markt. Die altbekannten Paprikachips haben ausgedient. Stattdessen locken neue Geschmackssorten wie "Sweet Chili" oder "Chili & Grilled Cheese". Das mag teilweise im Interesse der Verbraucher sein, schließlich erhöht es die Vielfalt im Supermarktregal. In erster Linie ist es jedoch eine gute Möglichkeit für die Lebensmittelkonzerne, eigene Nischen zu besetzen und kräftig an der Preisschraube zu drehen, erklärt der Markenpsychologe Oliver Errichiello im Gespräch mit dem "NDR". Häufig handelt es sich dabei nur um Varianten normaler Paprika-Chips, die mit allerhand Pulvern und Aromen auf Geschmack gebracht werden.

Die "Fressformel" - eine Mischung aus Fett und Kohlenhydraten

Nach Ansicht des Diabetologen Matthias Riedel tragen Geschmacksverstärker, Gewürze und Aromen dazu dabei, den Appetit auf Chips zu steigern. Der Ernährungsexperte hat auch eine Erklärung, warum Chips im Allgemeinen so appetitanregend sind: Seiner Meinung nach liegt das an "einer bestimmten Mischung aus Fett und Kohlenhydraten". Aus Tierversuchen mit Ratten sei bekannt, dass ein bestimmtes Verhältnis dieser beiden Inhaltsstoffe zu Fressorgien führe. Der Mensch, so Riedel, sei "da kein Stück besser als die Ratten".

Auch das enthaltene Salz spielt womöglich eine Rolle, warum wir von Chips nicht die Finger lassen können. In Versuchen mit Mäusen aktivierte Salz das Belohnungssystem im Gehirn.

Mickrige Portionsgrößen

Was dagegen appetitbremsend wirken kann? Ein Blick auf die Nährwertangaben auf der Verpackung. 100 Gramm Kartoffelchips enthalten rund 500 Kilokalorien. Eine Frau deckt damit bereits ein Viertel ihres täglichen Kalorienbedarfs. Verbraucher sollten sich auch nicht von Portionsgrößen auf der Verpackung in die Irre führen lassen: Hersteller rechnen mit mickrigen Portionsgrößen von 30 Gramm den Kalorien- und Fettgehalt nach unten. 30 Gramm entsprechen gerade einmal einer Handvoll Chips. Realistischer sei eine Portionsgröße von bis zu einer halben Tüte Chips, glauben die Experten von "NDR Markt". Und die kommt immerhin auf 30 Gramm Fett. Das entspricht bereits der Hälfte der maximal empfohlenen Tagesdosis Fett von 60 bis 80 Gramm.

Hier geht es zum vollständigen Beitrag von "NDR Markt".

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ikr
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