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Tarifkonflikt bei der Bahn Lokführerstreik beendet – GDL droht bereits mit neuen, "längeren" Ausständen

Sehen Sie im dem Video: Arbeitskampf bei der Deutschen Bahn, neue Streiks nicht ausgeschlossen




Die Züge rollen wieder in Deutschland - auch wenn es teilweise noch etwas hakt. Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihren Streik in der Nacht zum Freitag planmäßig beendet. Die Bahn arbeitet nach eigenen Angaben daran, den reibungslosen Betrieb auf allen Linien möglichst schnell wiederherzustellen. Vereinzelt könne es aber noch zu Einschränkungen kommen, hieß es. Bahn-Sprecher Achim Stauß räumte ein, dass vom Arbeitskampf Millionen Fahrgäste betroffen waren. Der Konzern habe etwa ein Viertel des Fernverkehrs- und 40 Prozent des Nahverkehrs-Angebots aufrechterhalten können.
Kampf um Deutungshoheit
Aus Sicht der Bahn sei der knapp dreitägige Streik trotz Tausender Zugausfälle ein Misserfolg für die Führung der GDL gewesen, sagte Stauß: "Die GDL-Spitze hat ihr eigentliches Arbeitskampfziel nicht erreicht. Von unseren etwa 20.000 Lokführerinnen und Lokführern haben sich nur rund ein Viertel am Ausstand beteiligt. Die GDL hat ja auch andere Bereiche der Bahn dazu aufgerufen, zu streiken. Von diesen Beschäftigten waren es gerade einmal 120, die sich am Streik beteiligt haben. Also eine Beteiligung im Promillebereich."
GDL-Chef Claus Weselsky bezeichnete diese Einschätzung als Propaganda der Bahn. Vielmehr sei der Streik der Lokführer ein großer Erfolg gewesen. "Das, was wir im Streik erleben konnten, ist eine große Solidarisierung der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner. Und ja, wenn ein Arbeitgeber verlautbart, dass nur 5400 Lokführer im Streik waren, dann vernachlässigt er die Tatsache, dass ein weiteres Drittel sich in der Ruhezeit befand und ein noch weiteres Drittel Urlaub oder frei hatte und sich nicht im Streik befinden kann. Es waren Tausende Zugbegleiter mit im Streik, die werden gar nicht erwähnt in der Meldung. Wohl wissend, dass auch die Zugbegleiter, die Bordgastronomen dem Arbeitgeber den Stuhl vor die Tür gesetzt haben. Das zeigt auch, dass die Deutsche Bahn AG nach wie vor unbeirrbar an ihrem Kurs festhalten möchte und weitere Arbeitskampfmaßnahmen produziert." Falls sich das Angebot der Deutschen Bahn nicht verbessere, müsse man auf neue Maßnahmen zurückgreifen, sagte Weselsky. Dann würden die Streiks aber länger ausfallen. Dabei handle es sich jedoch um das allerletzte Mittel im Eisenbahnverkehr.
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Lokführer-Gerwerkschaftschef Claus Weselsky betrachtet den jüngsten Streik als Erfolg, im Gegensatz zur Deutschen Bahn: Für sie hat der Ausstand sein Ziel nicht erreicht. Der Tarifkonflikt schwelt weiter – neue Arbeitskämpfe nicht ausgeschlossen.
nik

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