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Solidaritätsbekundungen McDonald's ist weiter in Russland aktiv – und bekommt dafür nun mächtig Gegenwind

Die Burgerkette McDonald's lässt ihre Filialen in Russland offen
McDonald's-Filialen in Russland sind nach wie vor geöffnet
© Peter Kovalev / Picture Alliance
Die Burgerkette McDonald's lässt ihre Filialen in Russland geöffnet – anders als so viele andere Unternehmen, die dem russischen Markt seit dem Angriff auf die Ukraine den Rücken gekehrt haben. McDonald's wird nun mit dem Ärger vieler westlicher Kunden überschüttet.

Es ist eine gewaltige Welle der Solidarität. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine haben sich nicht nur die meisten Staaten der Welt und ihre Bürger, sondern auch viele Konzerne und Unternehmen demonstrativ auf die Seite der Ukraine gestellt. Firmen wie Apple oder Microsoft stellten den Verkauf von Produkten in Russland ein, Paypal und viele Kreditkartenfirmen setzten Zahlungen in dem Land aus. Andere Unternehmen bleiben allerdings im Geschäft. Und werden nun dafür abgestraft.

Nachdem am Freitag der mächtige Aktionärsverband New York State’s Pension Fund in Briefen an McDonald's und mehrere andere Konzerne wie Pepsi zu einem Rückzug aus dem russischen Markt aufgerufen hatte, wogen die Wellen gegen diese Konzerne hoch. Besonders betroffen ist die Fastfood-Kette McDonald's: In den sozialen Netzwerken machen die Nutzer ihrem Ärger über die Praxis des Konzerns Luft.

#BoycottMcDonalds im Twitter-Trend

"Ich liebe es nicht", twitterte etwa Nutzer Incunabula in Anlehnung an den bekannten Werbeslogan des Konzerns. "McDonald's macht einfach weiter sein Geschäft in Russland, das bedeutet, die dort gezahlten Umsatz- und Unternehmenssteuern unterstützen DIREKT Putins illegalen und mörderischen Krieg in der Ukraine." Das hinzugefügte Hashtag "'BoycottMcDonalds" wurde in der letzten Nacht so oft benutzt, dass es zeitweise sogar zu den zehn meistgenutzten Hashtags in den USA gehörte.

Während viele Social-Media-Nutzer ihre Unterstützung für den Boykott bekundeten, warnten einige andere allerdings auch davor. Weil viele Filialen der Burgerkette nict von McDonald's selbst sondern im Franchise-System von Dritten betrieben werden, sei ein Boykott nicht hilfreich, merkten sie an. Der wirtschaftliche Schaden entstehe dann nicht beim Unternehmen selbst, sondern bei den Filialbetreibern, so die Argumentation.

Nicht ganz neutral

Der Rufschaden dürfte allerdings auch den Konzern schmerzen. Genau davor hatte auch der Pension Fund gewarnt: Sollten die Unternehmen weiter wie gehabt ihr Geschäft fortsetzen, drohten außerdem auch andere nachhaltige Schäden, warnte der für den Fond verantwortliche Thomas DiNapoli. Er nannte rechtliche, geschäftliche und personelle Risiken.

Solidaritätsbekundungen: McDonald's ist weiter in Russland aktiv – und bekommt dafür nun mächtig Gegenwind

McDonald's hat sich bislang nicht zu dem Aufruf geäußert. Völlig neutral verhält sich der Konzern in dem Konflikt indes nicht: In der Ukraine haben die Filialen angekündigt, Lebensmittel an Bedürftige zu spenden. Obwohl alle Filialen wegen des Konflikts geschlossen bleiben, sind die Küchen weiter in Betrieb – und liefern die zubereiteten Lebensmittel in Zusammenarbeit mit den ukrainischen Behörden an Krankenhäuser, Zivilisten und das Militär.

Quellen:Reuters, Twitter, Instagram

mma

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