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"Penthouse": Nackte Mädels an der Börse

"Penthouse" jagt "Playboy": Die Mediengruppe rund um das Männermagazin "Penthouse" will an die Börse und sich so frisches Kapital beschaffen. Mit dem Geld sollen Webseiten und Filmproduktionen gekauft werden. Ziel: Der Jahresumsatz soll das Niveau des "Playboy" erreichen.

Die Penthouse Media Group Inc., Herausgeber des gleichnamigen Männer-Magazins, plant, ihr Unternehmen an die Börse zu bringen. Dabei sollen zunächst Aktien im Wert von 250 Millionen Dollar ausgegeben werden, wie das Unternehmen im kalifornischen Boca Raton mitteilte. Der Börsengang soll die Mediengruppe konkurrenzfähiger gegenüber seinem Wettbewerber Playboy Enterprises Inc. machen. Außerdem will die Penthouse-Gruppe mit den Einnahmen den Schuldenberg reduzieren.

Im zweiten Quartal sollen die für den Börsengang notwendigen Unterlagen bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC eingereicht werden.

In den vergangenen zwei Jahren hat die Penthouse-Gruppe verschiedene Webseiten und Filmproduktionen erworben, um den sinkenden Absatz des Magazins "Penthouse" auszugleichen. Im Dezember vergangenen Jahres wurde das Internet-Unternehmen Various für 500 Millionen Dollar in bar und Aktien übernommen.

Der Kauf katapultiert die Mediengruppe mit einem Schlag auf gleiche Höhe mit dem ärgsten Konkurrenten: Nach Angaben der Penthouse-Gruppe wird der Umsatz durch Various auf rund 340 Millionen Dollar erhöht. Wettbewerber Playboy erreichte im vergangenen Jahr 339,8 Millionen Dollar.

Auflagenrückgang

Mit dem Kauf ist aber noch lange nicht Schluss: Vorstands-Chef Marc Bell hält nach eigenen Angaben Ausschau nach weiteren lukrativen Übernahmen - vor allem im Internet.

Die Auflage von "Penthouse" war im zweiten Halbjahr 2007 um drei Prozent auf rund 350.000 Exemplare gesunken. Auch beim Konkurrenten "Playboy" sank die Zahl der gedruckten Magazine im vierten Quartal des vergangenen Jahres. Der Magazin-Umsatz sei daher um zwei Prozent gesunken. Die Entwicklung hat zudem Spuren an der Börse hinterlassen: Der Aktienkurs von "Playboy" ist im vergangenen Jahr um 13 Prozent gesunken.

Lio
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