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Schlüpfriger als der "Playboy": "Penthouse"-Gründer Bob Guccione ist tot

Weil "Penthouse" als erstes Männermagazin Fotos von weiblicher Schambehaarung zeigte, galt das Heft in den sechziger Jahren als Tabu-Brecher der Erotikbranche. Nun ist sein Gründer, Bob Guccione, im Alter von 79 Jahren gestorben.

Bob Guccione, Gründer des Männermagazins "Penthouse", ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Der aus New York stammende Herausgeber und Unternehmer starb nach einem langen Kampf gegen den Krebs am Mittwoch in einem Krankenhaus in Texas, wie "Penthouse" am Donnerstag mitteilte. Guccione hatte das Aktmagazin 1965 in Großbritannien gegründet und zu einem Welterfolg gemacht. In den 1980er Jahren war er Chef eines Konzerns für Erwachsenen-Unterhaltung, sein Vermögen wurde auf 400 Millionen Dollar geschätzt. In den Jahren vor seinem Tod war Gucciones Karriere dann aber von geschäftlichen Misserfolgen geprägt.

Der Unternehmer gründete sein Magazin als schlüpfrigeren Konkurrenten des bereits etablierten "Playboy". Als erstes Männermagazin zeigte "Penthouse" komplette Frontalaufnahmen von Frauen inklusive Schamhaaren, was zuvor als Tabu gegolten hatte. In den ersten Jahren des Bestehens betätigte sich Guccione auch selbst als Aktfotograf für "Penthouse", um Geld zu sparen.

In den 1990er Jahren verließ ihn das Karriereglück: Pornografie wanderte ins Internet ab, und eine Reihe schlechter Investitionen - unter ihnen ein "Penthouse"-Casino in Atlantic City - fraß sein Vermögen fast vollkommen auf. Zuletzt musste Guccione seine Luxuswohnung in Manhattan und seine Gemäldesammlung verkaufen.

"Penthouse"-Herausgeber General Media Inc., der zu 85 Prozent Guccione gehörte, meldete 2003 Bankrott an. Inzwischen gehört das Magazin zu FriendFinder Networks Inc. In einer Erklärung würdigte "Penthouse" den Verstorbenen als "einzigartigen und talentierten Menschen", der "mit viel Mut eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Medien gespielt" habe. Guccione, der als Sohn sizilianischer Einwanderer geboren wurde, war vier Mal verheiratet und hatte fünf Kinder.

AFP / AFP