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1,3-Milliarden-Schadenersatz: Kerkorian klagt weiter gegen Daimler-Chrysler

Der US-Investor Kirk Kerkorian lässt Daimler-Chrysler nicht in Ruhe: Nachdem er seine Milliarden-Schadenersatzklage gegen den Autobauer verloren hatte, versucht er es nun erneut vor Gericht.

Der von dem US-Milliardär Kirk Kerkorian angestrengte Prozess um die Fusion von Daimler-Benz und Chrysler geht in die zweite Runde. Kerkorian legte jetzt Berufung gegen die Abweisung seiner Schadenersatzklage ein, mit der er von Daimler-Chrysler und Vorstandschef Jürgen Schrempp 1,35 Milliarden Dollar, rund eine Milliarde Euro plus Zinsen erstreiten wollte. "Wir sind mit dem Urteilsspruch nicht einverstanden und glauben, dass die Entscheidung die falsche Botschaft an die Investorengemeinde und Aktionäre börsennotierter Firmen sendet", so Kerkorians Anwalt Terry Christensen über Antrag.

"Wir glauben, dass dieses Thema größer ist als der Streit zwischen Tracinda und Daimler-Chrysler", hieß es in Christensens Mitteilung. Kerkorians Investmentfirma Tracinda versprach, alle möglichen Schadenersatzzahlungen an wohltätige Organisationen zu spenden.

Vor einem Bezirksgericht gescheitert

Kerkorian war mit seiner Aufsehen erregenden Milliardenklage vor dem Bezirksgericht in Wilmington in Delaware vor drei Wochen auf ganzer Linie gescheitert. Der in Las Vegas reich gewordene Kerkorian hatte den Autobauer vorgeworfen, den Zusammenschluss fälschlich als "Fusion unter Gleichen" deklariert zu haben, um den Chrysler-Aktionären weniger für ihre Anteilsscheine zahlen zu müssen als bei einer Übernahme. Kerkorian war vor der Fusion mit rund 13 Prozent größter Einzelaktionär des US-Autobauers. Daimler-Chrysler hatte dagegen gehalten, dass gerade Kerkorian über alle Vorgänge stets informiert gewesen sei.

"Das Gericht ist zu dem Schluss gekommen, dass es Tracinda nicht gelungen ist, den Vorwurf des Betrugs und der Verletzung des Börsengesetzes zu beweisen", hatte Richter Joseph Farnan geurteilt. Der Anwalt von Daimler-Chrysler, Michael Schell, gab sich gelassen: Eine andere Entscheidung im Berufungsverfahren sei äußerst unwahrscheinlich. "Das US-Bezirksgericht hat keine faktische oder rechtliche Grundlage für die Klage von Tracinda gefunden, und daran ändert sich durch die Berufung nichts", sagte er.