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Neuregelungen: Streaming, Medikamente und Pommes: Das ändert sich im April 2018

Die Zuzahlung für Medikamente wird für gesetzlich Krankenversicherte teurer, Streaming wird in der EU grenzenlos und auch Freunde von Pommes und Kaffee müssen sich auf Änderungen einstellen.

Änderungen im April 2018

Zum 1. April 2018 kommen auf Verbraucher einige Änderungen zu. So müssen gesetzlich krankenversicherte Menschen sich auf höhere Zuzahlungen bei Medikamenten einstellen. Der eCall, ein automatisches Notfall-Meldesystem, wird für alle PKW-Modelle Pflicht. Auch beim Streaming gibt es Neuerungen. Alle Änderungen in unserer Übersicht.

1. Streaming wird grenzenlos in der EU

Bisher war die Nutzung von Netflix, Sky, Spotify und Co. im Ausland stark eingeschränkt, manche Dienste waren gar nicht verfügbar. Demnächst wird das so genannte Geoblocking abgeschafft. Eigentlich sollte die Beschränkung zum 20. März fallen, nun gilt die Frist zum 1. April - ab dann können innerhalb der EU die Streamingdienste wie zu Hause genutzt werden. Allerdings gilt diese Regelung nur für einen zeitlich begrenzten Aufenthalt, also für Urlaube oder Dienstreisen. 

2. Zuzahlung für Arzneimittel

Ab dem 1. April 2018 müssen sich gesetzlich Krankenversicherte auf höhere Zuzahlungen bei Medikamenten einstellen. Pro Arzneimittel können dann bis zu zehn Euro fällig werden, so der Deutsche Apothekerverband (ABDA). Betroffen sind starke Schmerzmittel (Wirkstoffen Fentanyl, Morphin und Oxycodon), sowie Medikamente mit den Wirkstoffen Prednisolon oder Clopidogrel. Außerdem müssen sich Patienten darauf einstellen, dass sie künftig nicht mehr ihr übliches Präparat erhalten, sondern auf ein anderes Medikament umsteigen müssen. Weitere Infos dazu gibt es beim ABDA.

3. eCall in allen Neuwagen

Leichte Nutzfahrzeuge und alle neuen PKW-Modelle müssen in der EU ab dem 1. April mit einem eCall-System ausgestattet sein. Dadurch kann bei einem Unfall automatisch ein Notruf abgesetzt werden. Dabei werden Ort und Zeitpunkt des Unfalls direkt übermittelt. 

4. Schluss mit Bleigießen an Silvester

Zum Jahreswechsel gehört Bleigießen in vielen Familien zur Tradition. Doch damit ist nun Schluss: Eine neue EU-Verordnung verbietet ab dem 1. April den Verkauf von Bleigieß-Sets, die einen Bleigehalt von mehr als 0,3 Prozent haben. Der Hintergrund: Beim Erhitzen der Figuren wird Bleioxid freigesetzt, das über die Atemwege aufgenommen werden kann. Das Schwermetall kann das Nervensystem, Hirn, Niere und Leber schädigen. 

5. Höherer Mindestlohn in der Zeitarbeit

Leih- und Zeitarbeiter können sich ab dem 1. April 2018 über einen höheren Mindestlohn freuen. Im Westen bekommen die Mitarbeiter auf Zeit künftig 9,47 Euro (vormals 9,23 Euro) und im Osten 9,27 Euro (davor 8,91 Euro).

6. Neue Regelungen für Pommes

Werden Lebensmittel stark erhitzt, also beim Backen, Braten oder Frittieren, entsteht Acrylamid. Dieser Schadstoff hat sich bei Tierversuchen als krebserregend erwiesen. Eine neue EU-Regel begrenzt nun ab dem 11. April den Acrylamid-Gehalt und betrifft die Herstellung und Verarbeitung von Kartoffelerzeugnissen, Brot und Feinbackwaren, Frühstücksflocken, Säuglingsnahrung und Kaffee. So darf für die Herstellung von Pommes nur noch eine Kartoffelsorte verwendet werden, die einen geringen Stärkegehalt hat. Chips-Hersteller müssen künftig Kartoffeln vor dem Frittieren einweichen und blanchieren. Außerdem müssen die Temperaturen beim Frittieren unter 175 Grad liegen. Das kann natürlich Auswirkungen auf den Geschmack haben. Für die Industrie gelten strengere Regelungen als für die Frittenbude an der Ecke. Die EU-Verordnung war bereits im Dezember in Kraft getreten - angewendet werden muss sich nun ab dem 11. April. Alle Infos dazu kann man hier nachlesen. 

Verbraucherschützer warnen: Diese Änderung im Supermarkt kann Verbraucher viel Geld kosten
kg