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Agrarministergipfel: Klimaschutzinitiative in der Landwirtschaft gestartet

Rund 50 Länder der Welt haben eine Klimaschutzinitiative in der Landwirtschaft gestartet.

Auf dem Agrarministergipfel am Rande der Grünen Woche in Berlin vereinbarten sie am Wochenende, im nationalen und internationalen Rahmen Anstrengungen zu unternehmen, die landwirtschaftlichen Produktionsprozesse stärker mit den Zielen des Klimaschutzes in Einklang zu bringen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner sagte, die Agrarminister hätten mit ihren Vereinbarungen "ein starkes Zeichen" gegeben. Sie machten dort weiter, wo die UN-Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen gestoppt habe: "Beim Einstieg in konkrete Arbeitsaufträge für einen wichtigen Sektor." Der Prozess solle auf den kommenden internationalen Konferenzen der OECD und der Vereinten Nationen weitergeführt werden.

Die Länder hätten sich zu einem "Klimacheck" verpflichtet und wollten alle relevanten Prozesse auf den Prüfstand stellen, sagte die CSU-Ministerin. In ihrem Schlussdokument vereinbarten die Minister unter anderem, Produktionsprozesse so weiterzuentwickeln, dass weniger Treibhausgase freigesetzt werden und weniger Wasser verbraucht wird. Die Agrarforschung soll stärker gefördert und international vernetzt werden. Die Welternährungsorganisation soll gebeten werden, sich mit der Frage zu befassen, "wie Landwirtschaft zur Ernährungssicherheit und gleichzeitig zur Bekämpfung des Klimawandels" beitragen könne.

USA nahm nicht teil

Die Teilnehmer des Agrargipfels repräsentierten laut Aigner 50 Prozent der Weltbevölkerung. Während China, Russland und Brasilien dabei waren, fehlten bedeutende Lebensmittelproduzenten wie die USA, Argentinien, Indien, Australien und Neuseeland. Aigner machte deutlich, welcher Zielkonflikt zu bewältigen ist: Schon heute litten eine Milliarde Menschen Hunger, und die Zahl der Notleidenden wachse rapide.

Um im Jahr 2050 alle Menschen mit Nahrung versorgen zu können, müsse das Angebot um 70 Prozent gesteigert werden. Das bedeute höhere Produktion und weniger Ernte- und Lagerverluste. Die Agrarwirtschaft müsse also nicht nur mehr produzieren, sondern auch dafür sorgen, dass die Klimabelastungen begrenzt würden. Schließlich müssten die höchst unterschiedlichen Bedingungen der Landwirtschaften von Kontinent zu Kontinent berücksichtigt werden.

Für die EU-Präsidentschaft lobte der spanische Umweltstaatssekretär Josep Puxeu das Ergebnis der Konferenz aus gute Grundlage für weitere Diskussionen. Der chinesische Vizeminister für Landwirtschaft, Dun Niu, sagte zu, die Vorschläge der Berliner Konferenz in China vorzutragen. Er erklärte, dass sein Land den Ausstoß von Methangasen mit einer Produktionsumstellung von Nass- auf Trockenreis verringern könne.

Kritik vom WWF

Kritik an den Ergebnissen der Agrarministerkonferenz kam von der Umweltorganisation WWF Deutschland. Das Treffen sei "überflüssige Messefolklore der Grünen Woche". Die Abschlusserklärung sei eine Ansammlung von schwachen Formulierungen ohne Handlungsempfehlungen und Zielvorgaben.

APN / APN