HOME

Flüchtlingsdebatte: Mohring, Aigner und Linnemann fordern "attraktiven, gewinnenden Patriotismus"

Was wird in Zukunft die deutsche Kultur definieren? Mit einem Zeitungsartikel versuchen drei namhafte Unionspolitiker eine Debatte anzustoßen.

Mike Mohring hebt die Augenbrauen, legt die Stirn in Falten und hat die Gusche offen

Mike Mohring, Landesvorsitzender der Thüringer CDU

DPA

Angesichts der stark steigenden Zahl von Flüchtlingen in Deutschland haben drei Unionspolitiker in einem gemeinsam Beitrag einen "attraktiven, gewinnenden Patriotismus" gefordert. Dieses "Staatsbewusstsein" müsse als einigendes Band über die schnell wachsende ethnisch-kulturelle Vielfalt hinweg gestärkt werden, schrieben die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU), der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung, Carsten Linnemann (CDU) und der CDU-Fraktionsvorsitzende im Thüringer Landtag, Mike Mohring, in der "Welt am Sonntag".

Die Politiker sehen Deutschland an oder schon auf einer "Epochenschwelle". Das Land stehe nicht nur vor komplizierten kurzfristigen Herausforderungen wie der schnelleren Prüfung von Asylanträgen, der Zurückführung abgelehnter Asylbewerber und der Integration derjenigen mit Bleiberecht. Es müsse auch eine Diskussion darüber geben, wie Deutschland sich entwickeln soll; die Politik müsse Ziele definieren. "Was soll es sein, was kann es sein, was die Menschen in Deutschland in 20,30 Jahren zusammenhält?"

Nicht verhandelbar seien dabei das Prinzip der Person mit seiner unveräußerlichen Würde, die Ordnung der Freiheit und die religiös-weltanschauliche Neutralität zum Beispiel. "Ohne einen attraktiven, gewinnenden Patriotismus wird es nicht gehen." Das ermögliche auch neue Identitäten, in denen die Herkunft sich mit dem Bekenntnis zu Deutschland verbinde, eine deutsch-syrische etwa.  

ono / AFP