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Apple: Tim Cook sucht seinen Nachfolger als Apple-Chef - das sind drei mögliche Kandidaten

Seit sechs Jahren steht Tim Cook an der Spitze von Apple. Doch allmählich werden Diskussionen um seine Nachfolge lauter. Kandidaten gibt es viele. Womöglich leitet bald eine Frau den wertvollsten Konzern der Welt.

Apple WWDC Tim Cook

Tim Cook steht seit sechs Jahren an der Spitze von Apple. Nun sprach er öffentlich an, über seine Nachfolge nachzudenken.

Als Tim Cook im Sommer 2011 das Ruder bei Apple übernahm, fragten sich viele: Ist er der Richtige? Kann der Mann, der tief aus dem Schatten des übergroßen Gründers Steve Jobs kam, den Konzern auf Kurs halten? Schnell bekam er Gegenwind zu spüren, er sei zu sehr Buchhalter und zu wenig Visionär. Doch trotz aller Kritik baute Cook den Konzern nach seinen Vorstellungen um. Er wechselte Teile des Führungsteams aus, veränderte die Strukturen.

Mit Erfolg: Innerhalb von sechs Jahren machte Cook das Unternehmen zum wertvollsten Konzern der Welt (derzeitiger Wert: 883 Milliarden US-Dollar). Er katapultierte die Gewinne in neue Sphären und stellte das Unternehmen breiter auf als je zuvor. Cook führte unter anderem die Apple Watch, das iPhone X, den Streamingdienst Apple Music und den neuen Sprachlautsprecher HomePod ein. Zwar war keines der neuen Produkte ein Meilenstein wie das erste iPhone, für die Zukunft ist der Konzern trotzdem gut aufgestellt.

Tim Cook hat ein kleines Führungs-Team

Doch bei Apple wird es eine Phase nach Tim Cook geben. Das zeigte sich am Dienstag beim jährlichen Shareholder-Meeting. Cook selbst sagte, er sehe "die Staffelübergabe" als eine seiner wichtigsten Aufgaben. Einen konkreten Zeitpunkt scheint es nicht zu geben, zumindest ist er öffentlich nicht bekannt. Womöglich bleibt Cook, 57 Jahre, noch einige Jahre an der Spitze des Konzerns.

Doch wenn die Zeit kommt, stehen einige mögliche Nachfolger bereit. Das enge Führungs-Team von Apple umfasst zehn Personen plus Cook. Dazu zählen langjährige Veteranen wie Services-Chef Eddy Cue oder Marketing-Boss Phil Schiller (lesen Sie hier, was Phil Schiller über die hohen Preise des iPhone X zu sagen hat). Aber auch Newcomer wie Finanzchef Luca Maestri (seit 2013 an Bord) und die ehemalige Burberry-Chefin Angela Ahrendts (seit 2014 dabei), die sich um den Einzelhandel kümmert.

Das US-Nachrichtenportal "Bloomberg" schreibt: "Es gibt keinen Grund, warum Tim Cook in nächster Zeit zurücktreten sollte." Je nachdem, wie weit sein Rücktritt in der Zukunft liege, sei es sogar denkbar, dass sein möglicher Nachfolger noch gar nicht in Apples Führungs-Team ist. "Aber Cooks Kommentar unterstreicht die Bedeutung dieses Themas." Es ist nicht das erste Mal, das Cook seine Nachfolge thematisiert. "Ich sehe meine Rolle als CEO darin, möglichst viele Menschen als nächsten Chef vorzubereiten", sagte Cook im Oktober gegenüber "BuzzFeed". "Die Entscheidung fällt dann das Board, wenn es soweit ist."

Drei aussichtsreiche Kandidaten

Jeff Williams wäre einer der aussichtsreichsten Cook-Nachfolger

Jeff Williams wäre einer der aussichtsreichsten Cook-Nachfolger

Picture Alliance

Derzeit gilt bei vielen Branchenkennern Jeff Williams (Jahrgang 1963) als aussichtsreichster Kandidat. Wie einst Cook ist er "Chief Operating Officer" und damit unter anderem für die Optimierung der Lieferketten zuständig. Das klingt nicht glamourös, doch eine effiziente Lieferkette ist das A und O bei einem Konzern wie Apple, der den Großteil seiner Gewinne mit verkauften Geräten erzielt. Durch niedrige Kosten in der Lieferkette und der Produktion werden die hohen Margen von Apple gesichert. In den letzten Jahren wurde Williams, der seit 1998 Teil von Apple ist, häufiger ins Scheinwerferlicht gezogen. Bei Produktpräsentationen stellt er in der Regel neue Features für die Apple Watch vor. Für den Konzern ist die smarte Armbanduhr eine Wette auf die Zukunft, denn unsere Gesundheit gilt als der nächste Milliardenmarkt.

Angela Ahrendts ist Apples Chefin für die Retail-Sparte

Angela Ahrendts ist Apples Chefin für die Retail-Sparte

Picture Alliance

Ebenfalls hoch im Kurs steht Angela Ahrendts. Sie ist eine Expertin im weltweiten Einzelhandel, als ehemalige Burberry-Chefin ist sie bestens verdrahtet. Sie zählt schon jetzt zu den Top-Verdienern bei Apple, 2017 verdiente die 57-Jährige 24,2 Millionen US-Dollar.

Als "BuzzFeed" sie im vergangenen Jahr auf eine mögliche Cook-Nachfolge ansprach, dementierte sie beherzt und bezeichnete etwaige Berichte als falsch. Doch eine Frau an der Spitze des wertvollsten Konzerns der Welt wäre nicht nur ein Statement an die vor allem männliche geprägte Technik-Welt. Es wäre auch ein Bekenntnis zur Diversity, also einer hohen Vielfalt im Unternehmen, die Apple sich seit Jahren auf die Fahne schreibt. Laut Cook waren die Hälfte aller Neuanstellungen im vergangenen Frauen oder unterrepräsentierte Minderheiten. Eine Frau an der Spitze könnte das Image, Apples wichtigstes Kapital überhaupt, positiv aufladen.

Craig Federighi ist für die Qualität der Software bei Apple zuständig.

Craig Federighi ist für die Qualität der Software bei Apple zuständig.

Picture Alliance

Kandidat Nummer drei ist Craig Federighi. Der Software-Chef zählt zu den bekanntesten Gesichtern bei Apple. Dass er Charisma hat und die Öffentlichkeit nicht scheut, demonstrierte er mehrfach bei großen Produktpräsentationen, in denen er mit Witz neue Features vorstellte. Er ist aber auch eine erfahrene Führungskraft: Unter ihm arbeiten Tausende Software-Ingenieure und Programmierer, damit prägt er entscheidend die Zukunft des Unternehmens. Zuletzt etwa häuften sich Software-Probleme auf dem iPhone und Mac, Federighi muss diese mit seinem Team in den Griff bekommen. Mit 48 Jahren ist Federighi eine der jüngsten Top-Kräfte bei Apple.